111 Gründe warum Wien ein fabelhafte Shopping-Stadt ist

Katrin Hofmann ist nicht nur die Gründerin des berühmten FESCH’MARKT in der Ottakringer Brauerei, sie ist ab sofort 13auch Buchautorin! Mit ihrem Wissen rund um die heimische Szene und alternative Design-Labels hat Hofmann locker ein Buch füllen können und präsentiert ihre 111 Tipps zum Entdecken in kompakter Form. Wir haben sie gleich zum Interview gebeten.

Du schreibst nicht nur über junge Designlabels, sondern auch über Traditionsgeschäfte. Welche sollte man bei einem Bummel durch die Innenstadt in der Vorweihnachtszeit gesehen und besucht haben? 

Unbedingt sollte man sich eine Schachtel mit Minikonfekt von „Altmann&Kühne“ gönnen. Sie werden von Hand gefertigt und im Geschäft mit weissen Handschuhen in die kleinen Schachteln mit Motiven der „Wiener Werkstätte“ gepackt. Sehr sehenswert ist auch „Wilhelm Jungmann & Neffe“. Das Geschäft ist denkmalgeschützt und hier ließen sich die Mätressen zur Kaiserzeit ihre Kleider schneidern. Auch das „Leschanz“ im ehemaligen Knopfkönig ist perfekt für ein paar kandierte Orangen beim Einkaufsbummel zwischendurch. Dort prangt der goldene Doppeladler zwischen alten Knopfschachteln und Schokoladekreationen. Ansonsten sollte man unbedingt mit dem Aufzug „Zur Schwäbischen Jungfrau“ in den ersten Stock fahren, sich bei „Wäscheflott“ eine Boxershort massschneidern lassen und sich einen Pyjama bei „Zum Jockey Club“ aussuchen. Nicht zu vergessen: Beinschinkenbrot im Schwarzen Kameel. Alle Geschichten hinter den Geschäften und deren Anekdoten findet man dann im Buch.

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Der FESCH’MARKT ist jedes Mal mehr als gut besucht. Wie groß siehst du den Bedarf auch weg von den großen Ketten zu shoppen oder ist es „nur“ eine Modeerscheinung in einer speziellen Gruppe, die sich durch Konsum vom Rest absetzen möchte?

Beim Einkaufen schätze ich, wenn ich den Produzenten kenne, der mir erklärt, wie er was gemacht hat. Man baut automatisch eine Beziehung zu den Produkten auf. Darum gibt es bei mir auch kein Ausmisten. Ich kaufe lieber qualitativ hochwertige Dinge, die ich reparieren lasse. Ich finde, das hat auch etwas mit der Wertschätzung gegenüber dem Produkt und dem Produzenten zu tun. Gerne investiere ich dann auch mehr Geld in die Produkte und habe im Endeffekt länger was davon als von billiger Massenware. Hier gebe ich dem Spruch „Wer billig kauft, kauft teuer“ vollkommen Recht. Dadurch widme ich mich eher zeitlosen Produkten, als den neuesten Trends zu folgen. 

Bist du bei der Recherche zu deinem Buch auf „neue“ Labels gestoßen, die du vorher nicht gekannt hast?

Ich kam bei meinem ersten Brainstorming auf weit mehr als 111 spezielle Geschäfte in Wien, auch bei der Recherche kamen noch einige hinzu. Viele der Shopbetreiber haben mir auch noch weitere empfohlen. Die Beschränkung auf 111 war die größte Herausforderung und ich habe bis kurz vor Druckschluss noch Geschäfte ausgetauscht. Manche mussten in der Entstehungsphase des Buches leider auch zusperren.

Nach welchen Kriterien hast du die Labels ausgesucht?

Ich habe bewusst darauf geachtet, dass etwa die Hälfte der porträtierten Geschäfte alteingesessene Betriebe sind und der Rest neue Stores. Im Vordergrund stand ein spezielles Konzept des Ladens, eine Einzigartigkeit oder ungewöhnliches Sortiment. Wichtig war mir, dass sich das Gleichgewicht zwischen alten und neuen Geschäften gegenseitig befruchtet, dass Kunden vom neuesten Hipsterstore auch die Silberschmiede von nebenan entdecken und umgekehrt. Die Basis der Geschäfte ist bei allen dieselbe: Der Kunde steht im Vordergrund, Kundenberatung wird großgeschrieben und die Qualität und Handarbeit der Produkte ist erstrangig. 
  

PS: Das Buch macht sich auch für alle Wien-Fans als Weihnachtsgeschenk! 😉

 

Foto von Katrin Hofmann: Verena Weiss

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