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1 Aug

Rami: Kreative Auszeit mit Keramik

Die drei ehemaligen Studienkolleginnen Teresa Dolezal, Katherine Thompson und Anouk Siedler haben bei einem Töpferkurs ihre gemeinsame Leidenschaft für Keramik entdeckt. Heute sind sie das stolze Team hinter rami, dem Keramik Studio, das vor zwei Monaten am Volkertmarkt, im zweiten Wiener Gemeindebezirk, seine Pforten für Töpferhungrige geöffnet hat.

Im rami ist es möglich langfristig einen Arbeitsplatz zu mieten, einen Tagespass zu nutzen um die Werkstatt kennen zu lernen, Kurse & Workshops zu besuchen oder einfach nur den Brennofen zu nützen – dem Experimentieren mit Ton, steht nichts im Wege. Die Idee zu dem Studio entstand den Gründerinnen aus dem eigenen Wunsch heraus sich in einer Werkstatt nach Lust und Laune kreativ ausleben zu können. Da sie dafür keinen geeigneten Ort in Wien finden konnten, schufen sie einfach ihren eigenen. In einem Interview mit Anouk Siedler konnten wir unter anderem erfahren welche Rolle Nachhaltigkeit für sie beim Töpfern spielt.

Welchen Platz soll die Werkstatt in Wien einnehmen?

Anouk Siedler: Wir möchten an Keramik interessierte Personen zusammenbringen, sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene, und einen entspannten und schönen Raum für Austausch und kreative Selbstverwirklichung anbieten. Ein zentraler Aspekt von rami ist die Internationalität. Keramik ist eine der ältesten Kunstformen und ist auch in allen Regionen der Welt vertreten. Deshalb gibt es auch große Unterschiede wie Keramik in unterschiedlichen Ländern hergestellt und genutzt wird. Aus diesem Grund ist es auch ein Grundpfeiler unseres Konzeptes internationale KeramikerInnen nach Wien zu bringen und Keramik als internationales Handwerk zu fördern. Kurz gesagt, möchten wir einfach eine Anlaufstelle in Österreich sein, welche die Vielfältigkeit von Keramik versteht, vertritt und lehrt.

 

Was macht an der Arbeit mit Ton besonders Spaß?

Anouk Siedler: Beim Drehen an der Scheibe besteht ein Arbeitsschritt aus dem Zentrieren des Tons. Das Schöne an der Arbeit mit Ton ist, dass dieser einen auch selbst zentriert während man ihn bearbeitet. Es ist einfach der ideale Weg um runterzukommen, abzuschalten und sich kreativ auszutoben. Was wir auch so spannend finden ist sich einfach die Hände schmutzig zu machen, sich Zeit zu nehmen und selbst etwas herzustellen.

Wie funktioniert die Zusammenarbeit in eurem Co-Making Space? Entsteht manchmal Chaos?

Anouk Siedler: Es war uns von Anfang an sehr wichtig, dass unser Studio sehr geordnet ist. Da wir erst seit knapp zwei Monaten offen haben, gibt es natürlich Dinge bei denen wir merken, dass sie in der Praxis nicht so funktionieren wie wir uns das vorgestellt haben – wirkliches Chaos gibt es nicht. Manchmal haben wir eher zu kompliziert gedacht und waren zu ehrgeizig was unser Ordnungssystem betrifft und haben es daher etwas gelockert.

Was kann man im rami lernen?

Anouk Siedler: Was an Keramik so besonders ist, ist dass es einfach so viele unterschiedliche Techniken und Möglichkeiten gibt! Es fängt schon bei der Wahl des Tons an: Welche Tonfarbe? Soll der Ton glatt oder gröber sein? Dann kann man sowohl an der Scheibe drehen, Gefäße aufbauen, Skulpturen oder andere Gegenstände modellieren, Daumenschalen anfertigen,… Nach der Formgebung folgt noch eine weitere Option: die Oberflächengestaltung. Wie soll die Oberfläche meiner Keramik aussehen? Möchte ich das Werk glasieren oder nicht? In welcher Farbe?

Wie kann die Arbeit mit Keramik nachhaltig sein?

Anouk Siedler: Keramik an sich und die Auseinandersetzung mit Handgemachtem ist Teil einer Entwicklung zu einer nachhaltigeren Gesellschaft. Handgemachte Produkte mit denen wir Qualität, langwierige Prozesse, Erfahrungen und Erinnerungen verbinden, tauschen wir außerdem nicht so leicht aus und kaufen deshalb weniger.
Uns drei ist es sehr wichtig, dass wir eine soziale und nachhaltige Firma sind. Wir gehen viele Kooperationen mit sozialen Projekten ein und versuchen Keramik für unterschiedliche Personengruppen anzubieten. Rami soll den Übergang zu einer nachhaltigen Gesellschaft unterstützen, deshalb wird bei uns ungebrannter Ton recycelt und wiederverwendet, Müll vermieden, auf niedrigen Wasser- und Stromkonsum geachtet, etc.

rami Studio
Volkertplatz 15, 1020 Wien
+43 660 1539 586

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