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8 Nov

Gugumuck lässt die Schneckentradition wieder auferstehen!

Wer hätte gedacht, dass Wien im 18. Jahrhundert “Schneckenmetropole” war? Andreas Gugumuck lässt mit seiner Schneckenmanufaktur die “Wiener Auster”, wie sie auch genannt wurde, wieder in die Küchen kommen. Skeptische Gourmets werden auf seinem Schneckenhof mit Gänge-Menüs überrascht.

Bereits letzte Woche haben wir eine Variante des Urban Farming mit der Austernpilzzucht von “Hut & Stiel” vorgestellt, diesmal geht es in den 10. Wiener Gemeindebezirk wo seit 2008 auf einem Gemüseacker Weinbergschnecken gezüchtet werden. Genauer gesagt in die Wiener Schneckenmanufaktur vom Gugumuck-Hof, der im idyllischen Fleck Rothneusiedl an der Stadtgrenze liegt.

Das besondere an Schnecken: Sie sind sehr proteinhaltig und können als nachhaltige Eiweißquelle gesehen werde, die in unserer westlichen Küche vor allem Fleisch von Rindern, Hühnern und Schweinen ist. Dass Schnecken im Gegensatz zu herkömmlichen Fleisch eine klimaschonende Alternative sind, die eine sehr geringe Geruchs- und Geräuschemission produzieren, machen sie perfekt für das Urban Farming.

Zum “Best Young Farmer of Europe” vom Europäischen Parlament 2012 ausgezeichnet, hat sich in den letzten Jahren viel getan. Das Interesse an der Schneckenzucht ist mittlerweile so groß, dass sogar eigene Führungen am “Schneckenacker” angeboten werdern, anschließend kann man im eigenen Laden Produkte wie das “Schneckengulasch” im Glas mit nach Hause nehmen oder sich in einer offenen Showküche vom Küchenchef Jürgen Winter ein 7-Gänge-Menü kredenzen lassen. Und ja, Schnecken kann man auch süß essen!

 

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Foto: Philipp Lipiarski

Als Quereinsteiger, Andreas Gugumuck war einst in der IT-Branche erfolgreich unterwegs, begann alles mit Gerd Sievers’ “Schneckenkochbuch”. Auf dem familieneigenen Hof (früher wurden dort Schweine gehalten) können sich heute die Kriecher Sonnenblumen, Mangold, Raps und Kräuter verspeisen und haben sogar eine eigene “Liebeskammer” in der der Paarungsmonat Mai simuliert wird und sich die Weinbergschnecken vermehren können.

Dass Andreas Gugumuck von Rothneusiedl aus die Welt nicht gerade im Schneckentempo erobern möchte, wird deutlich. 2017 waren die Produkte der Wiener Schneckenmanufaktur sogar am Wiener Opernball dabei und mittlerweile ist auch ein eigenes Catering unterwegs sowie ein Online-Shop verfügbar.

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Im Bistro der Schneckenmanufaktur kann die gastronomische Welt der Schnecke entdeckt werden.
Foto: Philipp Lipiarski

Die Vision ist es, das traditionelle Gastronomie-Erbe Wiens wieder zu beleben und die Weinbergschnecke als “Future Food” zu etablieren, da sie ein nachhaltiges Lebensmittel ist.

 

 

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