SIGHTLINE-Gründerin Vivien Sakura Brandl: Aus der Bank in die Mode

Wer in der Wiener Kirchengasse beim Vorbeischlendern schon einmal das außergewöhnliche Schaufenster von SIGHT bewundert hat – dies ist der Name und das Gesicht dahinter: Vivien Sakura Brandl. Nach zahlreichen Stationen in der internationalen Wirtschaftswelt, eröffnete sie 2007 den Store und startete ihre eigene Modelinie SIGHTLINE. Was sie bewegt, welchen Pulli Michael Jackson tragen sollte und welche Design-Kollegen sie besonders toll findet, erzählt sie in diesem Interview!

Sie haben in einer Bank und in der Wirtschaft gearbeitet. Wie ist es zur Mode gekommen?

Vivien Sakura Brandl: Die Laufbahn in der japanischen Bank und meine Anstellung in der Außenhandelsstelle in Tokio haben sicherlich mehr mit meinem japanischen Background zu tun, als mit der Sache selbst. Es hat alles viel Spass gemacht, aber die Idee selbst etwas zu machen, war immer da. Und auch die Liebe zur Mode. 2007 habe ich den Laden in der Kirchengasse gemietet und kurzerhand selber umgebaut, um dort eine Plattform für zeitgenössische Mode namens SIGHT, abseits vom Kommerz und Mainstream zu eröffnen. 2015 habe ich dann auch meine eigene Linie SIGHTLINE gestartet. Mittlerweile präsentieren wir in Paris, New York und Tokio und freuen uns, dass die eigenen Kreationen auch international Anklang finden.

Kommt die Liebe zur Mode aus der Familie?

Vivien Sakura Brandl: Zur Mode hat mir sicherlich auch meine japanische Oma beigebracht. Sie war immer schon unglaublich elegant gekleidet und ich habe viele Kleider von ihr geerbt!

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Wie würden Sie Ihre Design-Philosophie beschreiben?

Vivien Sakura Brandl: Mode soll Spaß machen und Freude bereiten. Sowohl der Person, die sie trägt, als auch dem Betrachter, als auch der Person, die sie designed als auch der Person, die sie produziert. Das beinhaltet, dass die Mode-Produktion fair sein soll. Ich produziere hier in Wien und in einem kleine Betrieb in Sofia.
Das Design sind klare Schnitte mit einem kleinen Twist, einem kleinen Augenzwinkern.

Wie sehen Sie die Trägerin von SIGHTLINE?

Vivien Sakura Brandl: Die Trägerin von SIGHTLINE ist 1,8m, blond, hübsch und urban, nicht älter als 35 … Nein, Scherz sicher nicht 🙂
Die Personen, die sich in meinen Sachen wohlfühlen, sind auch die perfekten Trägerinnen.

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An welchem Celebrity würden Sie gerne Ihre Kollektionen sehen?

Vivien Sakura Brandl: Ich denke, Michael Jackson hätte der maroonfarbene Pulli mit den Wuschel-Streifen gut gestanden. Leider zu spät.

Ihre nächste Kollektion heißt „TRACES“. Welche Spuren möchten Sie in der Modebranche hinterlassen?

Vivien Sakura Brandl: Vielleicht gelingt es mir, ein bisschen ein Bewusstsein zu kreieren, dass Mode kulturell sehr wichtig ist und man mit Mode viel Aussagen kann. Dass es nicht nur um Hochglanz-Magazine und Magermodels geht, sondern Teil unseres Alltags ist, den man bewusst auch mitsteuern kann. Auch wenn man sich über die Produktionsbedingungen informiert.

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Bei welchen Design-Kollegen in Wien schauen Sie gerne vorbei?

Vivien Sakura Brandl: Wien hat eine tolle Mode-Szene. Zwar überschaubar, aber dafür umso intensiver. Rani Bageria, Natures of Conflict, Meshit, BradaricOhmae (jetzt Sagan) etc. sollte man auf keine Fall verpassen! Und ich gehe gerne zu Sophie von WeBandits auf ein Pläuschchen.
 

Alle Fotos stammen aus dem Lookbook der aktuellen H/W-Kollektion TRACES. 
Fotos: Mario Kiesenhofer

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