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23 Nov

Wastecooking: Hier wird nichts verschwendet!

Eine Ernte-Aktion mit der Container-Küche

Weltweit endet ein Drittel aller produzierten Lebensmittel im Müll – in Österreich sind das jährlich fast 160.000 Tonnen genießbarer Lebensmitteln. (Nur um sich das mal vorzustellen: Das sind 1.000 Blauwale oder 380 doppelstöckige Airbusse.) Die Aktivisten von Wastecooking haben es sich zum Ziel gemacht, die Lebensmittelverschwendung zu stoppen – und das Ganze auf eine genussvolle Ebene zu heben.

Worum geht es bei Wastecooking?

Die Bewegung gegen die weltweite Lebensmittelverschwendung, wurde vom Salzburger David Groß gegründet. Dem engagierte Team von Wastecooking geht es vorrangig darum die Lebensmittel-Überproduktion und den Überkonsum zu stoppen. Dabei wollen sie Groß und Klein vor Augen führen, wie wertvoll Lebensmittel sind und was man mit den ungeliebten Restln’ eigentlich alles zaubern kann.

Die Ziele der “wastecooker” sind so pragmatisch wie auch revolutionär: Ihr Ziel ist es, dass Dumpstern (der “Fachbegriff” für noch gutes Essen aus Supermarkt-Mülltonnen holen) entkriminalisiert und ein Wegwerfverbot für Supermärkte, verhängt wird. In Belgien und Frankreich gibt es dafür bereits neue Gesetze. Unverkäufliche Lebensmittel müssen dort weitergegeben werden. David Groß hofft, dass es auch bald in Österreich soweit ist.

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Um einen Denkwandel bei der Allgemeinheit zu erreichen, müsste man bei den Jüngsten ansetzen und den richtigen Umgang mit Lebensmitteln, beziehungsweise “wastecooking” als Pflichtfach in der Schule einführen.

Was wird noch weggeworfen?

Oft sind es aber nicht nur Lebensmittel, die kurz vor dem Ablaufen aus den Regalen in die Mülltonnen wandern, sondern auch Obst- und Gemüse, das nicht den Größennormen entspricht oder einen optischen Makel hat. Diese “misfits” werden meist bereits bei der Ernte vernichtet, obwohl sie eigentlich von bester Qualität sind. Ein weiteres Ziel von Wastecooking ist es die Misfits auch zu Köstlichkeiten zu verarbeiten.

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Wie wird gekocht?

Unterwegs. Dort wo vermeintlicher Lebensmittelmüll ist, kann man auch David Groß finden. Mit seinem “Waste Mobil”, der auf der Ladefläche eine umgebaute Mülltonnen als fahrende Küche hat, ist Groß stets zur Stelle, wenn es darum geht leckeres aus gefundenem Essen zu zaubern.

Kann man sich auch mit diesen Zutaten bekochen lassen?

Allerdings! Das Iss-mich! Bio-Catering ist auch ein Lieferservice von Tobias Judmaier gegründet, einem Mitglied des Wastecooking Teams. Nach der Devise “Essen statt wegwerfen!”, werden die von ihren Partnernetzwerken aussortierten Lebensmittel erworben, frisch zubereitet und in wieder verwendbaren Gläsern transportiert. Dabei leistet Iss-mich! einen Beitrag zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung, spart Verpackungsmaterial und zahlt seinen Mitarbeitern faire Löhne.

Übrigens nimmt David Groß Zuseher auch gerne mit. In der Doku “Wastecooking” kann man ihn in Aktion sehen:

Fotos: wastecooking @mischieffilms

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