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6 Dez

#jungbleiben verbindet: Markus und Emil von DMMJK erzählen welche Anforderungen an heutige Modemacher gestellt werden

Emil Maria Beindl und Markus Binder stecken hinter DMMJK. Gemeinsam erzählen die beiden über ihre Arbeit als Designer und wie es ist, sein eigenes Label zu haben. Wie die gemeinsame Arbeit aussieht und warum man mit den Teilen von DMMJK bestimmt nicht als graue Maus gilt, erfahrt ihr im Interview.

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Hallo Emil, hallo Markus! Im letzten Interview haben wir schon viele Einblicke in euer Label und eure individuellen Zugänge bekommen. Wie ist eure Einstellung zu Tradition?

Markus: Für mich hängen das Handwerk und die Qualität von Produkten sehr eng zusammen und hier spielt Tradition eine große Rolle. Qualität alleine ist natürlich nicht ausschlaggebend für ein gutes Produkt. Wir arbeiten beispielsweise viel mit Prints, die etwas aussagen sollen und eine Botschaft haben – auch eine Form von Qualität. Aber wir versuchen immer das gesamte Spektrum zu sehen und alle Stufen der Qualität in unsere Produkte mit aufzunehmen. Ich persönlich beschäftige mich gerne mit Schnitten und Verarbeitungstechniken, und das ist hier ganz klar ein traditioneller Part, den ich übernehme.

Emil: Was man auch sagen muss ist, dass Mode nicht ohne Referenzen auskommt. Egal ob klassische Kleidungstücke oder wenn man kostümgeschichtliche Referenzen aufnimmt, Mode lässt sich formen und weiterentwickeln. Bei unseren Entwürfen gibt es genauso wiederkehrende Elemente, die sich über Saisonen hinwegsetzen. Dabei geht es immer um ein Weiterentwickeln einzelner Details oder Kleidungsstücke.

Markus: Genau, ob klassischer Mantel oder typischer Parka, am Ende kommt es immer darauf an, was man von einem selbst, oder in unserem Fall, von dem Label in die Stücke einfließen lässt. Dabei ergeben sich immer spannende Parallelen und tolle Details.

Gibt es Themen beziehungsweise Referenzen, die sich durch eure Arbeiten ziehen?

Markus: Prinzipiell versuchen wir uns immer weiter zu entwickeln. Es ist ganz normal, dass man nicht bei einem Thema stehen bleibt aber natürlich gibt es genauso automatisch wiederkehrende Themen.

Emil: Ja, für uns sind solche Themen ganz klar. Wichtige Stücke für uns sind zum Beispiel Workwear, Parkas und Jeansjacken. An denen forschen wir auch immer weiter.

Markus: So verhält es sich auch mit Materialien und Farben. Wir waren nie monoton schwarz oder weiß unterwegs. Wir haben immer schon die Devise ‚Farbe für den Winter’ vertreten. Bei den Materialien ist so ein Element der Seidensamt, damit experimentieren wir dann auch und schauen, was wir aus diesem Material alles fertigen können.

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Was ist typisch DMMJK?

Markus: Unsere Sachen sind schon laut. Wenn man sich ein Teil aussucht und in die eigene Garderobe integriert, kann es aber auch wieder ruhiger werden. Aber ein Teil von uns wird immer ein Eye-Catcher bleiben. Wir wollen ja auch nicht ruhig sein.

Emil: Ja man fällt auf. Wer DMMJK trägt, zieht sich an, um gesehen zu werden. Man zieht nichts von uns an, um danach im Hintergrund zu bleiben oder versteckt zu sein.

Habt ihr einen Lieblingsmoment im Arbeitsprozess?

Emil: Mein Lieblingsmoment ist ganz klar, wenn man die gesamte Kollektion mit allen Outfits zum ersten Shooting zusammen hat. Da siehst du die Teile zueinander und angezogen an einem Model. Im Setting für unsere Lookbooks wird das Ganze dann lebendig. All die Anspannung fällt sofort ab wenn man diesen Punkt erreicht und das ist gut.

Markus: Bei mir kommt dieser Punkt schon ein bisschen früher. Zum Beispiel bei unserer letzten Kollektion war es der Moment vor dem Shooting, als wir zum ersten Mal alle Teile fertiggestellt haben und zueinander gesehen haben. Beim Shooting selbst stellt sich so etwas wie Entspannung ein, obwohl echte Entspannung eigentlich nie eintritt.

Wie geht ihr mit dem Druck in dieser Branche um?

Markus: Ich denke so wie mit vielen anderen Dingen auch, es braucht einen guten Ausgleich und auch Auszeiten.

Emil: Genau. Ausgleich mit Sport, Familie und Freunden ist immer wichtig.

 

Fotos: Karolin Pernegger

1 Kommentar
  • rudolf binder

    Cool und gut aufgebaut, sehr anschaulich und authentisch.

    17. Dezember 2016 at 10:48