„Alles außer gewöhnlich“: Agnes Aistleitner

Die Bezeichnung „Global Citizen“ ist für Agnes Aistleitner auf den Leib geschneidert, hat sie sich doch bereits früh in die Welt aufgemacht. Mit 16 gewann sie mit ihrer Doku über die Proteste am Tahrir Platz von Kairo den Preis der Ars Electronica. Später machte sie ihr eigenes Modelabel auf, eröffnete mit Refugees in Jordanien die Taschenmanufaktur Teenah, die von der UNICEF gefördert wird. Ihr neuestes Projekt: E’ebo. Eine Video-Service in Uganda, das Zugang zu Entertainment in einem Land bietet, in dem Internet für viele zu teuer ist. In einer Online-Welt offline zu denken, sind die innovativen Ideen, die Agnes Aistleitner antreiben, wie sie dem #jungbleiben Magazin erzählt.

 

Wann hast du beschlossen nach Uganda auszuwandern? 

Letztes Jahr, Ende November, war ich mit einem Prototypen in Uganda und hab gesehen wie groß das Potential ist. Da habe ich beschlossen, dass ich in Zukunft meine ganze Energie darauf fokussieren werde und bereits im Jänner war ich auf dem Weg und bin in die Hauptstadt Kampala gezogen.


Erzähle uns über dein Start Up und was das einzigartige daran ist? 

E’ebo ist eine Videoplattform, die auf Basis von“pay per access“ Videos verkauft. Das besondere an uns ist: Wir bringen die Videos über öffentliche WiFi-Hotspots an den Kunden bzw. die Kundin. Dort können sie diese auf unserer App ohne Internetkosten downloaden und dann später ansehen. Das ist für unsere Kunden hier in Uganda sehr wichtig, da 1 Gigabyte Internet 1 US-Dollar kostet, die Mehrheit der Bevölkerung aber im Durchschnitt nur 6 US-Dollar pro Tag verdient.

 

Was war bis jetzt die größte Challenge für dich?

Hier Fuß zu fassen, ein Netzwerk aufzubauen und dann die Covid-19 Phase.

 

Die Maßnahmen hier sind teils sehr streng und da muss man sich anpassen.

 

 

Wie sieht ein typischer Tag für dich in deinem Office in Kampala aus? 

Wir haben zurzeit kein Office, sondern wir arbeiten großteils remote.

Mein Wohnzimmer ist unser Office.

Ich hab einen Schreibtisch und je nachdem kommen dann die Mitarbeiter vorbei. Wir besprechen Sachen, arbeiten für ein paar Stunden gemeinsam. Meistens bin ich unterwegs, treffe mich mit potentiellen Geschäftspartner, Musikern, TV-Stationen, etc. um Content zu bekommen. Und dann besuche ich auch die Offline-Locations, wo unser Service erhältlich ist, rede dort mit den Eigentümern und Kunden. Dabei sammle ich Feedback, um uns ständig zu verbessern.

 


Was ist gerade der nächste Schritt, den du für e’eboo setzt?

Exklusive Launches von neuen Musikvideos und Konzerten von großen Musikern hier.

 

„Alles außer gewöhnlich“: Muss man heute außergewöhnliches machen, um erfolgreich zu sein?

Erfolg ist relativ.

Es kommt darauf an, wie man sein Leben gestalten will.

 

Mir macht es extrem viel Spaß etwas Innovatives zu machen, täglich irgendwelche Probleme zu lösen und mich mit kreativen Leuten zu treffen.

 


In unserer neuen Serie „Alles außer gewöhnlich“ stellen wir Menschen und ihre Projekte vor, die uns inspirieren.

 

Fotos: Instagram / Agnes Aistleitner

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