Benjamin Melzer im #jungbleiben Portrait

In unserer Portrait Reihe sind wir heute zu Gast bei Benjamin „Ben“ Melzer. Benjamin wurde 1987 als Yvonne geboren, fühlte sich aber nie als Mädchen. Mit Anfang Zwanzig entschied er sich, auch körperlich zum Mann zu werden. Heute ist er Model, Blogger und Transgender-Aktivist. Anfang März erschien sein erstes Buch „Endlich Ben: Transgender – Mein Weg vom Mädchen zum Mann“.

Das #jungbleiben Magazin hat Benjamin um einen persönlichen Einblick in sein Leben und seine Inspirationsquellen gebeten – beginnend mit der Frage, wie er sich selbst in 5 Worten beschreiben würde.

 

 

Wie würdest du dich in 5 Worten beschreiben?

Ehrgeizig, Lustig, Emphatisch, Ungeduldig, Höflich

 

Wie kam deine Liebe zur Fitness?

Ich mache seit meiner frühesten Kindheit Sport und habe irgendwann die Leichtathletik für mich entdeckt. Als ehemaliger Leistungssportler, ist ein Leben ohne Sport für mich kaum vorstellbar. Schon immer hat mich das Auspowern und Schwitzen innerlich befreit. Es ist einfach mein Ventil. Meine Art Druck abzubauen, damals wie heute!

 

 

Welches deiner Projekte ist ein besonderes Herzensprojekt?

Mein Buch „Endlich Ben“! Hier verarbeite ich all das, was ich erlebt habe. All meine Ängste, meine Erfahrungen und Erfolge. Ein Herzensprojekt, weil ich hoffe mit meiner Ehrlichkeit und Offenheit vielen Menschen da draußen, egal ob betroffen oder nicht, helfen zu können und einen ganz anderen Blick auf die Dinge zu schaffen.

 

Was bedeutet jung bleiben für dich?

Mich selbst nicht zu ernst zu nehmen und spontan zu bleiben! Ich bin für jeden Spaß zu haben und freue mich jetzt schon darauf irgendwann wieder Baumbuden und Staudämme mit meinen Kindern zu bauen.

 

 

Welches Kindheitserlebnis hat dich geprägt?

Da gibt es wohl einige, aber das Erste, an das ich denken muss, ist, als ich mich vor meiner Oma outen musste und ihr gesagt habe, dass ich im falschen Körper geboren bin. Ihre Reaktion mit 89 Jahren: „Es ändert sich doch nichts, außer der Name.“

Das ist eine Form von Liebe, die jeder mal erfahren sollte.

 

Welche Entscheidung in deinem Leben würdest du im Nachhinein gerne ändern oder anders herum: welchen Moment würdest du gerne noch einmal erleben?

Ich lebe nach dem Motto, alles kommt, wie es kommen muss, daher bereue ich nichts und würde wahrscheinlich alles ganz genauso machen. Für mich ist mein Leben so ganz gut verlaufen, trotz der Jahre, in denen ich nicht wirklich ich selbst war. Ich denke aber, dass genau diese Erfahrungen mich zu dem Menschen gemacht haben, der ich heute bin.

 

Woher nimmst du deine Inspiration und wer oder welche Persönlichkeit inspiriert dich?

Meine Mutter inspiriert mich! Ich kenne niemanden der so bedingungslos für andere einsteht! Ich möchte der beste Sohn sein, der beste Freund, der beste Ehemann und hoffentlich irgendwann der beste Papa. Ich möchte das meine Mama stolz auf mich ist!

 

Fotos (c) Sebastian Knoth

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