Artist on the rise: Blanda Eggenschwiler

Blanda Eggenschwiler macht keine halben Sachen. Das weiß man spätestens, wenn man sich ihre Vita ansieht. Für ihr Studium zog sie nach New York, erhielt das Silas H. Rhodes Stipendium und war mit 26 Art Director der New York Times, um nur wenig später in die Stadt der Träume zu ziehen und ihr eigenes Ding zu machen. In ihrem Atelier in Los Feliz schuf sie zahlreiche Werke für bekannte Marken, wie Kiehl’s, war unter anderem Testimonial für Missoni, konzipierte für Montblanc und schuf 2018 mit AG Jeans ihre eigene Capsule Collection. So vielfältig ihre Arbeit, so schwer lässt sich Blanda in Schubladen stecken.
Was sie an L.A. so fasziniert und wie ihre Kunstwerke entstehen, erzählte sie dem #jungbleiben Magazin.

 

Deine Wahlheimat ist L.A. Was fasziniert dich an der Stadt?

L.A. erlebt gerade eine spannende Zeit! Die Stadt bietet wunderbares Klima, Zugang zur Natur, wie Berge, Wälder, Strände und Wüsten und das Leben hier ist nach wie vor sehr günstig – im Vergleich zu anderen Großstädten. L.A. hatte lange einen etwas schlechten Ruf von Oberflächlichkeit und Kulturmangel. Das ändert sich jedoch stark! In meinen Augen war New York immer das Zentrum von Kreativität, ein Nährboden für Jungkreative mit unlimitierten Möglichkeiten. Über die letzten zehn Jahre zogen allerdings viele junge Kreative nach L.A., vorwiegend, wie mir scheint, aus finanziellen Motivationsgründen. Hier in L.A. ist eine hübsche Wohnung und ein geräumiges Atelier locker bezahlbar – im Gegensatz zu New York. Mit diesem Fluss von interessanten Menschen wurde natürlich auch dem kollektiven Geist von L.A. neuer Atem eingehaucht. Inzwischen haben große Modefirmen hier ihre Hauptsitze. Museen wie „The Broad“ und Gallerien wie „Hauser und Wirth“ haben in den letzten Jahren in L.A. eröffnet. Die Stadt bietet allerdings auch Raum für Subkulturen und somit, in meinen Augen, einen idealen Nährboden für Künstler.

 

 

Wie kann man sich deinen Schaffensprozess für ein neues Kunstwerk vorstellen? Was inspiriert dich?

Ich verbringe bestimmte Tage der Woche in meinem Atelier, was mir sehr wichtig ist und mir Rhythmus und Struktur gibt. Kreativarbeit kann nicht erzwungen werden, manchmal fließt die Inspiration und manchmal halt nicht. Ich habe über die Jahre gelernt, mir Bedingungen zu schaffen, in denen ich am produktivsten sein kann. Der Prozess soll Spass machen und erfüllend sein. Alles was darüber hinaus geht, versuche ich während des Schaffensprozesses so gut wie möglich auszublenden und einfach im Moment zu bleiben. Die besten Arbeiten entstehen, wenn ich in einer Art ‘Flow-state’ bin und die Werke entstehen lasse ohne zu versuchen, den kreativen Fluss allzu stark zu beeinflussen oder in eine Richtung zu treiben.

 

In deinen Werken verwendest du unterschiedliche Techniken und Materialien, malst auf Canvas oder Wänden. Gibt es etwas, das du noch nicht ausprobiert hast und einmal umsetzen möchtest?

Ich möchte gerne mit Skulpturen und Dreidimensionalität experimentieren und eine Linie von “Home Goods” kreieren, wie zum Beispiel Möbel, Geschirr, Teppiche, Lampen, Tücher etc.

 

Im April hast du deine Kollektion mit dem Kult-Label AG Jeans präsentiert. Wie verbinden sich Mode und Kunst für dich und was macht den Reiz daran für dich aus?

Mode und Kunst sind stark verknüpft und von einander beeinflusst. Zeit-Epochen sind geprägt von der Kunst und der Mode, die aus ihnen hervorgehen. In der Zusammenarbeit mit Fashion Labels gefällt mir die Idee, einen neuen Kontext zu kreieren! Ein Werk, was ich in meinem Atelier auf Papier oder auf Leinwand gemalt habe, bekommt eine neue Identität, ist plötzlich tragbar und persönlich zugänglicher für eine neue und andere Gruppe von Menschen.

Viele junge Kunstschaffende nutzen Social Media, um bekannt zu werden. Welchen Stellenwert hat das Netz für dich?

Mich interessiert die Vernetzung selbst. Ich kann mich mit anderen Kreativschaffenden in der Welt austauschen, habe Zugang zu Brands und Kunstplattformen. Und umgekehrt, die Welt hat auch Zugang zu mir. Viele meiner kollaborativen Projekten und Kommissionsarbeiten entstehen durch eine Kontaktaufnahme dieser Brands oder Plattformen via DM.

 

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Vogue hat über dich als „one to watch“ geschrieben. Welche „upcoming artists“ verfolgst DU und welche sollte man kennen?

LA ist voller Künstler sowie Jonas Wood oder Henry Taylor. Die Liste von wunderbaren, kontemporären Künstlern ist sehr lang! Ich mag die Arbeiten von Allison Blickle, Ines Longevial, Kelly Beeman, Gill Button, Andy Dixon, Emilio Villalba, Conny Maier, Maja Ruz, Josh Smith, Robin Francesca Williams, Calvin Marcus, Chloe Wise, George Condo, Harold Ancart … und viele, viele mehr!

 

 

 

Fotos: privat & Mika @koturo

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