BRUNA: Nachhaltigkeit in der Imperfektion

Was haben Hollywood-Star Reese Witherspoon und Instagram-Phänomen Emily Ratajkowski alias @emrata gemeinsam? Sie tragen Schmuck aus der Steiermark. Helena Milchrahm kam nach einer Weltreise auf die Idee aus unförmigen „Wegwerf“-Perlen wunderschöne Schmuckstücke zu kreieren und gründete mit ihrem Freund Simon Rupp BRUNA The Label. Damit haben sie es in die britische und deutsche „Vogue“ geschafft. Das #jungbleiben Magazin hat mit dem Design-Talent über ihre Philosophie interviewt und wollte wissen, wie ein nachhaltiges Schmucklabel arbeitet, das mittlerweile eine große Followerschaft auf Instagram verzeichnet.

BRUNA ist ein außergewöhnlicher Name – wie kam es dazu?

Helena Milchrahm: „Unser Ziel war es von Beginn an mit unserem Unternehmen BRUNA etwas außergewöhnliches, in unseren Breiten fast exotisches und noch nie da gewesenes zu erschaffen. Eine nachhaltige Schmuckmarke, die sich Ihrer Verantwortung gegenüber der Umwelt bewusst ist und die die Schönheit der Natur aber auch die Weiblichkeit in all ihren Facetten unterstreicht und zelebriert. BRUNA ist für uns genau dies in Personifikation.“

bruna schmuck marke

Wo und wie ist BRUNA The Label entstanden?

Helena Milchrahm: „Zu der Idee von BRUNA kam es während unserer gemeinsamen Weltreise, die wir nach unserem Masterstudium antraten. Auf unserem letzten Stopp waren wir auf Tahiti. Das ist eine kleine Südseeinsel in Französisch-Polynesien. Dort entdeckten wir ganz zufällig auf einem Markt in der Hauptstadt Papeete ein paar Frauen, die mit kleinen unförmigen Perlen, auch genannt Keshiperlen, Schmuckstücke kreierten. Dort erfuhren wir dann, dass die Perlen normalerweise aussortiert werden und sogar oftmals wieder zurück ins Meer geschmissen werden, weil sie zu klein oder zu unförmig sind und einfach nicht der angestrebten perfekten Norm entsprechen. Der Gedanke, dass aus einem – quasi – Abfallprodukt, also aus diesen unperfekten Perlen, etwas so Wunderschönes und Einzigartiges entstehen kann, gefiel uns so gut. BRUNA war geboren.“

Ihr sourced eure Materialien nachhaltig – wie kann man sich das vorstellen?

Helena Milchrahm: „Alle BRUNA Schmuckstücke werden aus 100 Prozent recyceltem 18k Gold und 925 Sterling Silber handgefertigt, worauf wir sehr stolz sind. Als eines der wenigsten Schmuckunternehmen weltweit arbeiten wir ausschließlich mit recyceltem Gold und Silber, welches aus konfliktfreiem Altgold und Altsilber sowie altem Elektronikschrott – wie aus Handys, Tablets, Computern – gewonnen wird. Wir beziehen unsere Edelmetalle dafür von einem weltweit führenden Recyclingkonzern mit Sitz in Deutschland. Da der Goldbergbau sehr energieintensiv ist – als Beispiel: für 100g Gold aus Erz entstehen mindestens 1000 Tonnen CO2 – sind recycelte Edelmetalle für uns alternativlos.“

Wie geht ihr beim Design neuer Schmuckstücke vor? Was ist euch dabei wichtig?

Helena Milchrahm: „Ich lasse mich beim Designen unserer Schmuckstücke sehr von den Vintage-Trends der letzten Jahrzehnte, von alten Filmen, Büchern, Frauen auf der Straße, internationalen Trends, aber natürlich auch stark von der Natur inspirieren. Vor Covid19 natürlich auch von unseren Reisen und schönen Ort. Ich sammle meine Ideen zunächst in einem Moodboard und zeichne dann einfach wild drauf los. Unsere Goldschmiede erschaffen aus meinen Ideen und Kritzeleien dann in vielen Stunden Handarbeit ein Schmuckstück. An einem Design feilen wir so lange, bis ich zu 1000 Prozent happy bin. Da ich eine absolute Perfektionist bin, kann das auch schon mal einige Zeit dauern. Für mich muss jedes Schmuckstück den höchsten Kriterien entsprechen. Zu diesen zählen ein super angenehmes Tragegefühl, die richtigen Dimensionen und Maße, die hochwertigste Verarbeitung und Qualität, das gewisse Etwas und vieles mehr. Für uns ist Qualität bei weitem wichtiger als Quantität, daher gibt es auch nicht wöchentlich neue BRUNA Designs.“

bruna the label

Was bedeutet Nachhaltigkeit für eure Produktion?

Helena Milchrahm: „Unsere beiden Manufakturen sind Mitglieder des Responsible Jewellery Council, einer gemeinnützigen Zertifizierungsorganisation, die Menschenrechte, Arbeitsrechte, Umweltauswirkungen und Bergbaupraktiken in der Schmuckindustrie kontrolliert. Sie wurde von Unternehmen der Gold- und Diamantendindustrie ins Leben gerufen, um eine ethische, sozial- und umweltverträgliche sowie menschenrechtskonforme Unternehmenspolitik entlang der gesamten Lieferkette zu fördern. Für uns bedeutet Nachhaltigkeit aber nicht nur die Verwendung von recycelten Materialien und nachhaltiger und ethischer Herstellung der Produkte in der gesamten Lieferkette, sondern auch der nachhaltige Umgang mit Emissionen und Abfällen, die Vermeidung von Konfliktdiamanten und Konfliktedelsteinen, nachhaltige Verpackungen sowie Vermeidung von Einwegplastik und vieles mehr.“

Und welchen Plan habt ihr dabei für 2021? 

Helena Milchrahm: „Als erstes Schmucklabel Österreichs dürfen wir im April 2021 unsere Klimaneutralität verkünden.“

Gibt es eine Celebrity, die unbedingt BRUNA tragen sollte?

Helena Milchrahm: „Greta Thunberg und Kamala Harris. Das wäre noch schön! Ansonsten tragen ja schon sehr viele tolle Celebs unsere Schmuckstücke!“

 

 

Fotos: BRUNA The Label

2. April 2021
Nachhaltig #jungbleiben – Alexa auf den Spuren des Jungbleibens
9. April 2021
Nachhaltig #jungbleiben – Alexa auf den Spuren des Jungbleibens

Kommentieren

Die E-Mail Adresse wird auf der Website nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit * gekennzeichnet und müssen ausgefüllt werden.