Schaumgeboren: Wenn künftige Design-Klassiker aus dem Meer kommen

Die Fjorde im Norden Norwegens liegen nur wenige Kilometer vom Headquarter der Design-Marke Snøhetta und liefern das, was für eine Revolution im Möbelbau sorgen könnte. Aber alles der Reihe nach.

S-1500 heißt er.
Was nach der Geheimwaffe eines Leinwandhelden aus einem 80s Sci-Fi klingt, hat binnen kürzester Zeit in der internationalen Designszene für Aufruhr gesorgt. Die Rede ist von einem Sessel, der eine Hommage an die norwegische Design-Legende Bendt Winge und seinen R-48 Sessel ist und, wie sein Vorbild an die designeuphorischen 60er erinnert. Dass sich allerdings beim Material in den letzen Dekaden so einiges getan hat, wird auf zweiten Blick sichtbar.

Schon fast mystisch, wie eine Wasserpflanze unter Wasser, scheint die Form auf seinem Rohrgestell (aus Recycling-Metall) zu schweben. Emeraldgrün mit einer – bei näherem Hinsehen – sanft marmorierter Struktur ist das Ergebnis eines aufwändigen Prozesses, der ausgediente Netze und Seile aus Norwegens Fischereien ins Rohmaterial für den Möbelbau der Zukunft verwandelt.

Snøhetta

Der S-1500 ist Snøhetta’s Antwort auf die Herausforderungen unserer Zeit.

In Kooperation mit dem Möbelbauer Nordic Comfort Products (NCP) soll sich der Kreis rund um lokale Produktion mit nachhaltigem Faktor schließen. „Wir haben die Möglichkeit genutzt hochqualitatives, recyceltes Plastik von benachbarten Unternehmen zu bekommen. Das ist eine Win-Win Situation für alle“, erklärte Snøhetta Architekt Stian Alessandro Ekkernes Rossi.

Durch ein spezielles Verfahren (es kommt auf die Reihenfolge an mit der die Maschine mit dem Rohstoff „gefüttert wird) entsteht das marmorierte Muster und macht trotz Massenproduktion jedes Stück zum Unikat.

Design für die nächsten Generationen

Der S-1500 soll in öffentlichen Gebäuden zum Einsatz kommen. Wie das große Vorbild von Bendt Winges R-48, der in Norwegen 5 Millionen Mal (!) verkauft wurde, hofft Snøhetta mit dem S-1500 neue Impulse zu setzen und  Wiederaufbereitung von vorhandenen Ressourcen in jedem Designprozess selbstverständlich zu machen.

Im Februar 2019 wurde der Sessel erstmals auf der Stockholm Design Week präsentiert.

 

 Fotos: Bjornar Ovrebo

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