„CONSCH“ious Mode aus Wien

In Wien designt und in der Steiermark produziert. Das nachhaltige Label CONSCHES, das mit seinen zeitlosen Pieces die Instagram-Community begeistert, ist für seine vielseitigen Teile bekannt. Seine Gründerin, Cornelia Lindner, hat sich dabei auch der Herausforderung gestellt in Österreich zu produzieren. Ein nicht immer leichtes Unterfangen, da es hierzulande leider immer weniger Produktionsbetriebe gibt. Doch Cornelia Lindner hat sich davon nicht abhalten lassen.

Was bedeutet der Name CONSCHES?

Cornelia Lindner: „Der Name leitet sich aus ‚Consch‘, meinem Spitznamen, und conscious für das Wort bewusst ab. Dabei ist der Name Programm, es geht darum ein Bewusstsein für Wertigkeit und Umwelt zu schaffen. Nachhaltigkeit ist dabei ebenso wichtig wie die Liebe zu Mode und Design, sowie die Transparenz bei der Produktion.“

Welche Challenges gibt es, wenn man nachhaltig produzieren möchte?

Cornelia Lindner: „Für mich war von Anfang an klar, dass ich mein Label lokal und nachhaltig ausrichten möchte und meine Kleidung in Österreich genäht werden soll. Das hat mich vor einige Herausforderungen gestellt, da es mittlerweile nur noch wenige Produktionsstätten in Österreich gibt. Nach langer Recherche und einigen Besichtigungen habe ich meine Produktion in der Steiermark gefunden, mit der ich seitdem eine enge Partnerschaft pflege. Das Wichtigste für mich war, zu 100 Prozent zu wissen, von wem und unter welchen Rahmenbedingungen meine Kleider gefertigt werden.“

Was ist dabei besonders wichtig?

Cornelia Lindner: „Mir geht es dabei um faire Entlohnung und gute Arbeitsbedingungen, aber auch darum, Kinderarbeit zu verhindern und gefährliche Chemikalien aus der Produktion zu verbannen. Durch meinen Produktionspartner in der Steiermark kann ich diese Werte garantieren. Natürlich hat Qualität auch seinen Preis, aber jemand der ein T-Shirt, welches unter menschenunwürdigen Umständen produziert worden ist und um die halbe Welt verschickt wurde, um 10 Euro kauft, muss auch wissen, dass jemand anderer den Preis dafür zahlt. Meisten sind dies die Umwelt und die Menschen, die in Fabriken ausgebeutet werden. Für mich geht Nachhaltigkeit mit Transparenz einher, bei Consches wird von den Stoffen über die Produktion bis hin zur plastikfreien Verpackung und CO2-neutralen Lieferung alles für Kunden transparent und für die Umwelt nachhaltig gehalten.“

 

Wir alle können mit unserer Kaufentscheidung Entwicklungen und Trends mitgestalten. Ich denke jeder kleine Schritt ist ein Schritt in die richtige Richtung.

 

In der Modebranche findet gerade ein Umdenken statt. Ziehen da auch die KonsumentInnen mit?

Cornelia Lindner: „Laut meiner bisherigen Erfahrung kann ich das nur bejahen. Es gibt einen großen Trend zur umweltfreundlicheren und nachhaltigeren Kleidung. Die Konsumentinnen schätzen mehr und mehr wertige Materialien und wollen kleinere Labels entdecken und unterstützen und etwas kaufen, das nicht von der Stange ist und jeder hat. Das Thema Umweltfreundlichkeit und vor allem die Frage „wer hat meine Kleidung produziert und wo wurde produziert“ ist für KonsumentInnen immer wichtiger. Wir alle können mit unserer Kaufentscheidung Entwicklungen und Trends mitgestalten. Ich denke jeder kleine Schritt ist ein Schritt in die richtige Richtung. Meiner Meinung nach hat auch die weltweite Pandemie einen Beitrag dazu geleistet, wir besinnen uns wieder stärker auf das Wesentliche, wägen ab was wir gerade wirklich brauchen und treffen bewusstere Kaufentscheidungen. Dies gilt für alle Branchen, nicht nur in Bezug auf Mode. Natürlich wird das Thema Nachhaltigkeit leider auch oft überstrapaziert und viel ‚greenwashing‘ betrieben.“

CONSCHES-Gründerin Cornelia Lindner

Was zeichnet CONSCHES aus?

Cornelia Lindner: „Die Philosophie von CONSCHES ist es modische, hochwertige und umweltfreundliche Mode herzustellen. Consches steht für Mode, in der sich Frauen wohlfühlen und dabei gleichzeitig die Menschen wertschätzen, die die CONSCHES Kleidung nähen. CONSCHES wird mit viel Liebe zum Detail hergestellt. Der Fokus liegt auf femininen und coolen Kleidern – im Gegensatz zu Fast Fashion wird alles in kleinen Stückzahlen produziert.“

 

Für mich bedeutet Nachhaltigkeit auch etwas zu kaufen von dem ich weiß, dass ich ewig Freude damit habe.

 

Welche Tipps gibt es, um sich nachhaltig eine Lieblingsgarderobe aufzubauen?

Cornelia Lindner: „Ich lege sehr viel Wert auf Qualität und überlege mir bei jedem Kauf, ob ich das Teil nun wirklich brauche. Außerdem kaufe ich nur noch bei kleinen Labels. Es gibt mittlerweile so viele tolle Marken und Brands, dass man hier keine modischen Abstriche machen muss und mit guten Gewissen etwas kaufen kann. Die Freude ist dann auch noch viel größer, wenn man weiß, dass man ein kleines Label dabei unterstützt. Designer-Teile, vor allem Taschen, kaufe ich Vintage und Second Hand, ich finde den Gedanken schön, dass die Sachen schon einiges erlebt haben und teilweise älter sind als ich. Für mich bedeutet Nachhaltigkeit auch etwas zu kaufen von dem ich weiß, dass ich ewig Freude damit habe. Lieber weniger kaufen, mehr dafür ausgeben, es ganz lange Tragen und gerne auch mit Freundinnen austauschen.“

 

Fotos: Aslan Kurdnofsky

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