CONTESSA BERLIN: Perlentaucherin Kirstine Graf

Dass Perlen ihren Spießigkeitsfaktor durch Design ablegen können, beweist Kirstine Graf. Die Dänin hat sich in der deutschen Bundeshauptstadt mit ihrer Marke CONTESSA BERLIN einen Namen gemacht und lässt Schmuck-Fans schwärmen. Das klassische Material in einen neuen Kontext zu setzen, ist das Spannungsfeld, das Graf bravourös meistert. 2017 gegründet, sind ihre dezenten Preziosen Eyecatcher, die von Jeans bis zu Ballkleid getragen werden können.

#jungbleiben Magazin hat mit der Designerin über ihr Lieblingsmaterial und die Bedeutung von Schmuck gesprochen.

 

Wie kam es dazu eine eigene Schmuckmarke zu gründen? 

Kirstine Graf: „Wahrscheinlich hat mich bereits meine Kindheit geprägt. Ich bin in Dänemark in einer sehr kreativen, künstlerischen Familie aufgewachsen. Die Muscheln am Strand haben mich somit genauso immer begleitet wie die ganz selbstverständliche Liebe zu Design und schönen Dingen. Zunächst habe ich mich beruflich als Sourcing- und Brand Managerin einige Jahre der kommerziellen Seite von Design gewidmet. Gleichzeitig habe ich in Goldschmiedekursen die Grundlagen dieses unfassbar spannenden Handwerks kennengelernt und mich mehr und mehr dafür begeistert. Es zeigte sich mir immer mehr, dass dies meine wahre Leidenschaft ist. Ich wollte selbst etwas erschaffen. Meine eigenen ‚Kunstwerke“, genauso wie ich sie haben möchte und wie ich sie einfach nicht im Laden kaufen konnte. 2017 habe ich mich endlich getraut, CONTESSA BERLIN zu gründen. Rückblickend war dies die beste Entscheidung, denn ich lebe meinen Traum und das Feedback meiner Kundinnen macht mich unheimlich glücklich!“

Woher stammen die Perlen, die von CONTESSA BERLIN verarbeitet werden?

Kirstine Graf: „Richtig tolle Perlen zu finden, ist gar nicht so einfach. In Asien ist die Perlenzucht ein sehr traditionsreiches Handwerk – manche sagen sogar eine Handwerkskunst. Die Muscheln werden jahrelang gehegt und gepflegt, damit sie idealen Perlen bilden können. Richtig gute Qualität braucht Zeit. Sehr viel Zeit. Die meisten Perlen werden erst nach 3 bis 5 Jahren geerntet. Ich bin sehr happy, dass ich eine ganz tolle Partnerin in China gefunden habe, die mich mit fantastischer Ware beliefert.“

 

CONTESSA BERLIN Gründerin Kirstine Graf

 

Ich werde immer aufs Neue überrascht, was für eine Schönheit die Natur hervorbringen kann. Keine Perle ist ‚perfekt‘ oder ‚jede Perle ist perfekt‘ – eben auf ihre ganz eigene Art.“

 

Worin liegt die Faszination von Perlen?

Kirstine Graf: „Jedes Mal wenn ich meine sorgfältig ausgesuchten Perlen endlich erhalte, bin ich ganz aufgeregt, was mich erwartet. Man muss wissen, dass Süsswasserperlen kein Standardprodukt ‚von der Stange‘ sind. Jede einzelne Perle ist unterschiedlich. Das macht sie so besonders. Ich werde immer aufs Neue überrascht, was für eine Schönheit die Natur hervorbringen kann. Keine Perle ist ‚perfekt‘ oder ‚jede Perle ist perfekt‘ – eben auf ihre ganz eigene Art. Das macht für mich die Faszination aus. Auch das Farbspektrum ist zum Verlieben. Von cremig weiß bis zu Rosa-Lavendel und Pfirsich. Es macht mir einfach so viel Spaß, wenn ich mich an diesem zartpastelligen Malkasten der Natur bedienen darf und Impulse für neue wunderschöne Kreationen bekomme.“

Wie kann man Perlen stylen, damit sie nicht altbacken, sondern up to date aussehen? 

Kirstine Graf: „Ich glaube, dass es immer auf den Kontext ankommt. Dasselbe Schmuckstück kann ein Statement-Stück sein oder auch als ein ganz dezentes Alltags-Accessoires getragen werden, je nach dem ob es zum Abendkleid oder zur lässigen Jeans und T-Shirt getragen wird. Ich finde aber, es geht noch um viel mehr: Schmuck ist etwas sehr persönliches. Manche Frauen sind extrovertiert, andere sind viel zurückhaltender und möchten dies auch mit cleanem, dezenten Schmuck ausdrücken. Wichtig ist doch nur, dass sich die Frau selbst hundertprozentig wohl fühlen.“

Welches Kollektionsteil ist momentan Lieblingsteil? 

Kirstine Graf: „Ich selbst bin wohl sehr skandinavisch experimentell vom Style her und manche meiner deutschen Freundinnen nennen mich mutig. Ich trage zum Beispiel total gerne meine Capraia Barockperlenohrringe zum lässigen Lounge Wear Look mit Sneakers oder alle drei Ginostra Ear Cuffs als Layer Look zum zarten Blumenkleid. Insgesamt decken meine Kollektionen das Spektrum von skandinavisch Clean bis Boho-Avantgarde ab. Ich mache nur Schmuck, der mich selbst vom Hocker haut und den ich somit auch selbst kaufen würde. Daher ist es schwer zu sagen, was mein Lieblingsteil ist. Gerade im Hinblick auf den kommenden Sommer, habe ich mich aber ein wenig in die San Clemente Creolen in Silber verliebt. Ich war gerade in Dänemark wieder zum ersten mal im Jahr am Strand. Da musste ich sie einfach anlegen. Am Abend konnten mein Mann und ich zum ersten Mal seit Langem wieder essen gehen. Da habe ich dann die Levico Boho-Ohrringe angehabt. Sie sind aus zarten 24k vergoldeten Glasperlen gefädelt und mit kleinen hochwertigen Süßwasserperlen, die wie ein Tropfen runterfallen, besetzt. Sie sind mein allererstes Design und irgendwie fühle ich mich mit ihnen immer wie ein Californian Boho-Girl.“

Welchen Star sollte man mit Contessa Berlin sehen? 

Kirstine Graf: „Darüber habe ich ehrlich gesagt noch nie nachgedacht. Mein schönstes Erlebnis war, als ich in Berlin eine wirklich tolle Frau gesehen habe und meine Tochter mich darauf hinwies – leider etwas zu laut: ‚Mama, die Frau hat deine Ohrringe an!‘ Das hat mich im ersten Moment etwas verlegen, doch dann unglaublich stolz gemacht. Insofern sind für mich meine Kundinnen, die wirklichen Stars.“

 

 

Fotos: CONTESSA BERLIN

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