Die Geschichte dahinter: Barber Sebastian Pfister im Interview

Wichtiger als die Motive selbst sind für den Jungunternehmer, Sebastian Pfister, die Geschichten hinter seinen Tätowierungen. Deshalb kommt es schon mal vor, dass er und seine Freunde sich ihr Lieblingsgericht tätowieren lassen, um damit erinnerungswürdige Momente im Leben festzuhalten. Im Interview erzählt uns der stylische Barbershop-Besitzer die Geschichten hinter seinen Tattoos.

Hi Sebastian, wann hast du zum ersten Mal daran gedacht, dich tätowieren zu lassen?

Das erste Mal schon in relativ jungen Jahren, im Alter von 9, 10. Darauf gekommen bin ich wegen irgendwelchen Biker-Filmen bzw. irgendwelchen tätowierten Typen, Bikern und deren cooler, wilder Lifestyle aus dem Fernsehen. Ich hab’ dann natürlich noch ein bisschen länger gewartet.

https://youtu.be/xh1TuSBh2Ig 

Wann war es dann tatsächlich so weit?

Startschuss war dann mit 23. Also heutzutage, würde man sagen, relativ spät und dann dafür Schlag auf Schlag. Ich hab in Texas studiert und da habe ich meine erste Tätowierung bekommen. Ich bin dann zurück nach Österreich und 1,5 Jahre später wieder zu diesem Tätowierer, um meinen ganzen Arm zu machen. Die Vorgabe für ihn war kein Bild, ich habe ihm einfach gesagt, Musik, Kunst, alles was in diese Richtung geht, soll das Thema dieses Arms sein. Daraufhin hat er etwas für mich gezeichnet, dann bin ich hin und wir haben’s tätowiert. 10 Stunden bin ich auf dem Stuhl gesessen und am übernächsten Tag wieder heim geflogen.

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Wie würdest du deinen Stil beschreiben?

Also den Stil, den ich tätowiert habe, würde ich als Misch-Masch bezeichnen. Manches ist selbst ausgesucht, manches nicht. Ich hab mir zwar immer vorgenommen, große schöne Bilder und Kunstwerke an mir zu tragen, das ist dann aber mit diesem Verlangen nach einer weiteren Tätowierung, die dann ganz schnell gehen soll, nicht so ganz zustande gekommen. Je mehr es geworden sind, desto niedriger war auch die Hemmschwelle. Und jetzt, wo der Platz schon langsam ein bisschen weniger wird, steigt die Hemmschwelle wieder und man beginnt wieder darüber nachzudenken, was man sich an welchen Stellen machen lässt.

Gibt es Ängste, die du mit dem Tätowieren verbindest?

Nein, Ängste nicht wirklich, es ist einfach nicht angenehm, wenn man 6, 7 Stunden an den Rippen mit Nadeln zerstochen wird. Aber wirkliche Ängste habe ich nicht, weil ich mich auch einfach durchgehend von Menschen tätowieren lasse, zu denen ich ein sehr großes Vertrauen habe und die ich auch mag.


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Hast du eine Lieblings-Tätowierung?

Wenn, dann Lieblings-Tätowierungen. Ich hab’ nicht eine, ich mag sie alle gern. Natürlich sind’s für mich persönlich nicht die am schönsten gemachten, sondern, wie ich vorhin erzählt hab, die kleinen Tätowierungen, dank der ich mit Freunden oder Familie eine super Zeit verbinden kann. Sie sind für mich viel wichtiger.

Welche Geschichten verbergen sich hinter deinen Tattoos?

„Spaghetti al dente con ragu alla bolognese“ – der Name des Gerichts, den meine Freude und ich uns in Bologna tätowiert hatten, wurde dann sogar vom Tätowierer erweitert: Er wollte wissen, was mit dem Käse sei, „el formaggio“. Am Ende hat er auch mitgemacht – zuerst hat er uns tätowiert und wir dann ihn. Ihn ziert jetzt „el formaggio“.

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Ein anderes Mal in Thailand haben wir uns mit Bamboo tätowieren lassen, da hatten die Tätowierer fast am meisten Spaß daran, uns mitten im Dschungel zu tätowieren. Wo man dann vor dem Tätowieren zusammen eine Flasche thailändischen Whiskey trinkt und zwei Stunden zusammensitzt und sich unterhält, bevor man überhaupt beginnt zu tätowieren. Dabei entsteht dann ein Motiv, das schon sehr hängen bleibt an einem. So etwas nimmt man mit.

 

Voeslauer_Tattos_Sebastian_MASTER_1174Hast du dir schon eine nächste Tätowierung überlegt?

Ja, ich kenne die Stelle, und möchte die Stelle auch schon länger, aber der Schmerz ist nicht mein Freund. Das sind die Rippen. Alle, die da schon mal etwas tätowiert haben lassen, wissen, dass das nicht so angenehm ist. Da muss ich mir noch ein bisschen Mut antrainieren. Das Motiv wird sich dann finden, denke ich.

 

 

 

 

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