Mama Thresl - Renate Oberlader

Diese Frauen denken Österreichs Hotels neu: Renate Oberlader vom Mama Thresl – die Sportskanone

Dirndl, Downhillracen, Klettern, Skitourengehen, an der langen Familientafel sitzen, internationale DJ-Line-ups, Showküche, das gehört beim Mama Thresl im Salzburger Leogang ganz klar zusammen. Die Gäste? Eine große, sportlich-aktive Community, die nicht nur vor Ort, sondern auch auf allen Social Media-Kanälen das alpin-urbane Konzept und den motivierenden Humor der ehemaligen ÖSV-Spitzensportlerin Renate Oberlader und ihrer besseren Hälfte Huwi schätzt. Renate kombiniert lässig #brutalregionale Heimatverbundenheit mit moderner Weltoffenheit, liebt es, sich kreative Impulse für ihre Gäste auszudenken und sie zu Natur und Sport zu motivieren. Als Sportlerin und später als Masseurin des ÖSV-Damenkaders weiß Renate ziemlich genau, was der Körper so braucht fürs #jungbleiben.

 

Mama Thresl - Renate Oberlader

 

Ihr Lebenselixier ist es, viele Leute um sich zu haben, Besuch aus aller Welt zu bekommen. Schließlich wuchs sie mit 10 Geschwistern auf, ihre eigene Mutter ist die Namenspatronin des Hotels – weil Coolness und Happiness kein Alter kennen. Wie auch immer man übrigens das Hotel betritt, ob über den Eingang oder den Klettersteig an der Außenfassade, ein Urlaub im Mama Thresl soll sich, so Renate, anfühlen wie #hoamcoming in eine große Familie.

 

Urban Soul Meets the Alps heißt es bei euch – warum hält dieses Motto jung?

Mich hält dieses Motto jung, weil es richtig viel Spaß macht, sich mit dem Spirit und den weltoffenen Ideen der urbanen Seelen Inspirationen zu holen, und trotzdem die Bodenständigkeit und die Erdung unserer schönen Alpen zu leben und auszustrahlen.

 

Mama Thresl - Renate Oberlader

 

 

Mama Thresl ist deine Mutter. Nach ihr ist das Mama Thresl benannt und der Bogen zur Bauerntradition geschlagen. Was nimmst du aus deiner Kindheit mit ins Hotelbusiness?

Von meinen Eltern habe ich sehr viel Zusammenhalt, Durchhaltevermögen und Fleiß gelernt, unter dem Motto von nix kommt nix.

Aber noch viel mehr die Werte des Miteinanders, der Liebe und Dankbarkeit. Und all diese Dinge kann man perfekt ins Hotelbusiness, in die große Familie von Mitarbeiter*innen und Gästen mit einfließen lassen.

 

Mama Thresl - Renate Oberlader

 

Du hast 10 Geschwister. Wie ist das so? Und wie prägt dich das als Gastgeberin?

So viele Geschwister zu haben ist einfach nur ein Traum, wir hatten eine ganz außergewöhnliche Kindheit mit ganz besonderen Geschichten, aber darüber müssten wir fast ein Buch schreiben. Ich habe viel mitbekommen, gelernt und bin für mich draufgekommen, dass ich mich gerne für andere einsetze, organisiere und manage – also eigentlich ideal für eine Gastgeberin.

 

Hat die lange Familientafel daheim das Flair von Mama Thresl beeinflusst?

Genau, das Flair vom Mama Thresl ist geprägt von unserer Vorstellung von einem schönen Miteinander, um sich treffen und kennen lernen zu können, Kommunikationspunkte zu schaffen. Und ich glaube, es ist uns sehr gut gelungen, dass, wenn man ins Mama Thresl reinkommt, man dies sofort beobachten und spüren kann.

 

Mama Thresl - Renate Oberlader

 

Ihr habt den Familienbegriff ziemlich erweitert – mit einer großen Social Media-Community und auch mit sozialen Projekten. Wer oder was gehört selbstverständlich zur Familie?
Im engsten Kreis die eigene Familie.

Im Mama Thresl fängt das Familiäre schon beim Interieur an: sehr individuell mit vielen eigenen Ideen und Liebe zum Detail.

Wir haben immer geschaut, dass wir unserer Idee treu bleiben, auch wenn Trends gerade etwas anderes sagen. Im erweiterten Kreis unsere Mitarbeiter*innen und handelnden Personen und die Atmosphäre, die sie ausstrahlen. Dann unsere Gäste und, wie Ihr schon erwähnt habt, die Followergemeinde auf Social Media-Kanälen.

 

 

Mama Thresl - Renate Oberlader

 

Bei euch wirkt alles sehr privat…

Ja, aber wir haben natürlich im Hintergrund schon sehr klare Linien und Vorgaben. Das eine schließt das andere nicht aus.

 

Die Nähe zur Natur – wie kann man sie den Menschen wieder näherbringen? Und wieviel Natur braucht ein Hotel der Zukunft?

Meiner Meinung nach kann gar nicht genug Natur in einem Hotel der Zukunft stecken.

Die Frage, wie kann man sie den Menschen näher bringen kann, stellt sich für mich nicht, denn sobald man in Leogang im Mama Thresl Urlaub macht, passiert das automatisch. Unterstützt natürlich durch die verschiedensten Infrastrukuren wie Bikepark, Flying Fox, Wander- und Fahrradwegenetze, Klettersteige, Bergbahnen.

 

Mama Thresl - Renate Oberlader

 

Wie sehen Naturerlebnisse der Zukunft aus?

Weniger ist mehr. Viel Rückzug, viel Eigenfeeling. Und wenn´s passt vielleicht auch einmal mit guter Führung und Begleitung an seine Grenzen gehen.

 

Was machen Frauen im Hotelbusiness anders? Wie sollte die Zukunft im Tourismus aussehen?

Das Geschlecht, ob Mann oder Frau spielt keine Rolle. Das einzige, was zählt, ist Empathie. Die Qualität muss noch mehr in den Vordergrund rücken anstatt „schneller – höher – weiter“.

Überschaubare Größen, persönliche Häuser, das Familiäre ist wichtig.

 

Welche Jungbrunnen empfiehlst du als Expertin?

Da darf es keine Dogmen geben. Jeder und jede Einzelne muss seine und ihre Lebensweise selber beeinflussen, ein Hotel kann nur dazu anstoßen. Die Zukunft liegt in der Individualität des Tuns. Mut zum Tun – Mut zur Veränderung, dadurch die Freude und auch schlussendlich die Energie in deinem Körper zu spüren, die zu deiner persönlichen Gesundheit und zum Wohlbefinden beiträgt – das ist dann die Zukunft der Happiness.

 

 

Mama Thresl - Renate Oberlader

 

Auch die „Hood“ ist wichtig für euch. Welche Kooperationen, Verbindungen geht ihr mit Produzenten in der Region ein? Warum sind sie so wichtig?

Eier vom Biohof Enn in Leogang; Milch und Joghurt von Mei Muich in Leogang; das gesamte Rindfleisch für die schmackhaften Burger kommt von den Leoganger Bauern. Das ist wichtig, weil wir zusammenhelfen. Für das gegenseitige Verständnis und das Miteinander – damit die Freude steigt und wächst.

 

Du warst für den ÖSV selbst als Sportlerin und später als Masseurin im Spitzensport tätig. Was fordert dich zu Spitzenleistungen heraus?

Fordert klingt für mich etwas hart, ich bin Gott sei Dank an einen Punkt angekommen, wo ich mich nicht mehr wirklich herausfordern muss. Von meinem Spitzensportleben ist mir jedoch geblieben, dass ich zu Spitzenleistungen auflaufe, wenn ich weiß, mein Elan und meine Power werden benötigt, um gemeinsame Ziele zu erreichen, und wenn ich merke, dass ich helfen und unterstützen kann. Motivieren, Zusammenhelfen, ab und zu auch ein bisschen durchbeißen, Freude und Spaß haben und am Ende des Tages einfach zufrieden und glücklich sein.

 

Mama Thresl - Renate Oberlader

 

Yoga oder Bergkraxln?

Beides.

Ich halte nichts von Einseitigkeit. Es ist die Kombination aus vielen verschiedenen sportlichen Aktivitäten. Downhillfahren, Reiten, Klettern, Skitourengehen. Umso mehr du lernst, umso besser ist es.

Und das ist auch in der Partnerschaft oder Freundschaft das Schöne, wenn man viele Erlebnisse teilen kann. Diesen Spirit wollen wir unseren Gästen weitergeben. Da springt dann schnell der Funke über.

 

Fotocredits (c) Günter Standl.

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