„Edles“ Metall: Nachhaltiges am Finger

Nicht alles was glänzt, ist Gold. Das ist klar. Doch auch wenn die Echtheit des Edelmetalls geklärt ist, gibt es immer noch eine Geschichte, die hinter jeder Unze und jedem Dukaten steht. Und die ist (zumindest früher) oft sehr dunkel gewesen. Immer mehr Konsumentinnen und Konsumenten interessieren sich für nachhaltige und faire Produktionsweisen der Preziosen, die sie an Ohren, Fingern und Hals tragen. Und das aus gutem Grund. Jene Arbeiter und Arbeiterinnen, die Metalle, Diamanten und andere Edelsteine aus dem Boden schürfen, erhalten selten einen adäquaten Anteil. Doch die Branche hat den Markt für nachhaltig und fair produzierte Schmuckstücke erkannt und eingelenkt. Mittlerweile gibt es – wie bei Textilien und Lebensmittel – eigene Zertifikate, die das Glänzen mit gutem Gewissen möglich machen.

Green Gold

Für die Aufbereitung von Gold wird Quecksilber verwendet, das zum Beispiel in Form von 100.000 Tonnen jedes Jahr in den Amazonas geleitet wird. Ein ökologischer Fußabdruck, der die Umwelt in den Herkunfstländern stark belastet. Beim beliebten Silber verhält es sich nicht anders. Lateinamerika und China sind hier die größten Produzenten. Neben Quecksilber werden Blei, Arsen oder Kadmium in umliegende Gewässer gepumpt und verseuchen das Grundwasser.

 

Humanitäres Gold

Wie es für Kaffee oder Bananen ein Fairtrade Gütesiegel gibt, ist dies auch bei Gold der Fall. Ein Aspekt ist auch „konfliktfreies Gold“, das nicht als „Blutgold“ bereits im Umlauf war und zum Beispiel für die Finanzierung von Waffen in Krisengebieten verwendet wurde. Ein weiteres Problem ist die Kinderarbeit in den Herkunftsländern. Mit dem Fairtrade Gütesiegel wird diese kontrolliert und ein Stundenlohn bezahlt, der den Arbeiterinnen und Arbeitern ermöglicht ihre Kinder in die Schule zu schicken. Gleiches gilt für Silber und Diamanten für die es ebenfalls schon unterschiedliche Gütesiegel gibt. Ein Impact, der nicht unwesentlich ist, denn in Peru arbeiteten laut einem Bericht von Rettet den Regenwald e.V. im Jahr 2012 über 50.000 Kinder in Goldmienen.

„Secondhand“ Gold

Eine der nachhaltigsten Varianten, ist auf wideraufbereitestes Gold, das aus eingeschmolzenen Schmuckstücken gewonnen wird. Dabei wird die Umwelt am wenigsten belastet. Das recycelte Gold hat auch den geringsten ökologischen Fußabdruck, schließlich müssen pro 10 Gramm Gold (beim herkömmlichen Abbau) 5 Tonnen Erz bewegt werden. Nicht nur die Maschinen produzieren CO2, auch die Landschaft in den Gebieten werden dadurch massiv verändert und Lebensräume beeinträchtigt.

 

 

 

Nachhaltige Labels garantieren Schmuck „mit gutem Gewissen“

Auf die Nachfrage nach fair geschürften und produzierten Schmuckstücken haben sich bereits einige stylishe Labels spezialisiert, die mit minimalistischem Chic aufwarten.

  • Wild Fawn Jewellery ist ein Label aus London, das zeitlosen Schmuck aus nachhaltigen und fairen Rohstoffen in ihrer eigenen Manufaktur herstellt. Hierbei kommt recyceltes Silber oder – für Goldschmuck – recyceltes Gold bzw. Fairtrade-Gold zum Einsatz.
  • Fejn produziert in lokalen Betrieben in Thailand und Italien oder selbst – in Köln – wo auch das Design-Studio ist. Der Schmuckmarke ist besonders wichtig mit recycelten Materialien zu arbeiten. Bis zu den Versandboxen wird auf nachhaltige Stoffe gesetzt. Die klassischen, schlichten Designs drücken auch den Gedanken aus ein Schmuckstück ohne Trendbezogenheit zu kreieren, das zum Lieblingsstück avanciert.
  • Soko hat seinen Sitz in San Francisco und wurde von drei Freundinnen in Kenya gegründet. Die Marke hat sich in den letzten Jahren mit herausragendem Schmuckdesign einen Namen gemacht. Dabei fließen nicht nur Edelmetalle, sondern auch andere Naturmaterialien, wie Holz oder Horn ein, die zu absoluten Eyecatchern verarbeitet werden.

 

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