„FragNebenan“: Ein Hoch auf die Nachbarschaft

FragNebenan“ ist eine Plattform, die es in einem digitalen Zeitalter erleichtern soll, Nachbarn einander wieder näher zu bringen. Das österreichische Gründerteam verfolgte mit ihrem Start Up die Idee Nachbarn miteinander zu verbinden, damit sie Nachbarschaftshilfe organisieren, Tipps und Empfehlungen weitergeben oder sich einfach über Neuigkeiten in der Nachbarschaft austauschen können.

Dieser soziale Gedanke fand offensichtlich Anklang: Das Netzwerk ist seit Anfang 2015 online und es können mittlerweile an die 60.000 User in den großen Städten Österreichs verzeichnen.Wir durften mit Geschäftsführer Stefan Theißbacher, einer der vier Gründer neben Valentin Schmiedleitner, Mathias Müller und Andreas Förster, ein Interview führen. Dabei haben wir unter anderem über die Anfänge des Start Ups und seine persönlichen Erfahrungen mit Nachbarn gesprochen.

Hast Du das Gefühl, dass sich Nachbarn heutzutage überhaupt kennenlernen möchten?

Stefan Theißbacher: Unbedingt! Wir haben das sogar mit einer Studie bestätigt. Über 70% der Nachbarn in Wien haben darin gesagt, dass sie gern mehr Nachbarn kennen würden. Das heißt nicht, dass man gleich zu besten Freunden werden muss. Es geht eher darum, dass man sich ein bisschen kennt und weiß, wo man „anklopfen“ kann, wenn man mal eine Leiter ausborgen will oder zu viel gemachten Pizzateig verschenken möchte. Mit FragNebenan wollen wir das Anklopfen technisch leichter machen. Und hoffen, dass wir auch in Zukunft dafür verwendet werden.

Die Gründer von „Frag Nebenan“, Foto: Martin Pabis

Welchen beruflichen Hintergrund hast Du?

Stefan Theißbacher: Ich komme eigentlich aus der (Lokal-)Journalismus-Ecke, hab dann lange beim Monatsmagazin DATUM und bei der Kleinanzeigenplattform BAZAR im Medienmanagement gearbeitet und irgendwann ist mir die Idee zu FragNebenan passiert. Mir gefiel daran, dass es sozial richtig Sinn macht und auch das Potenzial hat, als Unternehmen zu funktionieren.

Wie erging es Euch in Wien als Start-Up Gründer?

Stefan Theißbacher: Wien war ein super Boden für den Start. Wir haben sehr schnell sehr viele offene Türen vorgefunden. Ganz wichtig war da für uns das IMPACT HUB Vienna, über das ich unter anderem jede Menge super Kontakte, unsere ersten Pilotkunden und sogar zwei meiner CoFounder gefunden habe.

Welche Probleme haben sich bei „FragNebenan“ gestellt?

Stefan Theißbacher: Eine der größten Herausforderungen war es, FragNebenan so aufzusetzen, dass es mehr Miteinander in der Nachbarschaft möglich macht, ohne jemanden zu überfordern und ohne, dass man seine Anonymität dafür ganz aufgeben muss.

Foto: Helene Wimmer

Was hast Du selbst bereits schon für Deine Nachbarn getan?

Stefan Theißbacher: Vor zwei Wochen habe ich Anna, die neben mir eingezogen ist, eine Leiter zum Lampenaufhängen geborgt. Und kurze Zeit später die Leiter und etwas Süßes von ihr zurückbekommen. Kurz davor habe ich die Umzugskartons, die ich selbst über FragNebenan gratis bekommen hab, an meine Nachbarin Lisa verschenkt.

Wie hat sich Euer Team entwickelt?

Stefan Theißbacher: Wir haben FragNebenan zu viert gegründet und hatten uns über das Projekt kennengelernt. Anfangs haben wir viel darüber diskutiert, welchen Platz FragNebenan im Leben der Nachbarn einmal einnehmen soll und welche Art von Unternehmen wir eigentlich aufbauen wollen. Als wir gemerkt haben, dass wir die selbe Vision von FragNebenan haben, haben wir losgelegt.

Wie soll sich die Plattform weiterentwickeln?

Stefan Theißbacher: Die App ist längst überfällig. Darüber hinaus wollen wir noch mehr spannende News aus der Nachbarschaft integrieren, sodass FragNebenan die erste Anlaufstelle für alles wird, was im und um das eigene Haus passiert.

 

 

Titelfoto: Elaine Casap

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