#jungbleiben verbindet: Boxerin Yael Yvon im Interview

Für die 22-jährige Boxerin Yael Yvon ist Boxen nicht nur Sport. Hier erzählt sie, wie sie die Sportart für sich entdeckt hat und warum es sich lohnt für seine Leidenschaft zu kämpfen.

Yael, wie bist du zum Kickboxen gekommen?

Mein ältester Bruder hat in London gelebt und dort regelmäßig geboxt, mit 12 Jahren lud er mich zu sich ein. Dort fragte er mich, ob ich nicht einmal Lust hätte, in seinem Gym eine Stunde zu boxen. Er organisierte mir eine Privatstunde, zu der ich mit einem kurz davor gebrochenem Fuß ging. Ich dachte mir warum nicht, Füße brauche ich ja nicht und meinen Händen geht es gut. Das Ganze hat gut funktioniert und mir wirklich gefallen. Trotzdem kam ich zurück in Wien nicht mehr zum Boxen.

Deine Leidenschaft kam also etwas holprig ins Rollen?

Ja schon. Erst drei Jahre später, als ich 15 war, habe ich beschlossen boxen zu gehen. So kam ich dann auch zu meinem Verein im dritten Bezirk, wobei ich demnächst in den 15. wechseln werde. Dort wollte ich ursprünglich boxen gehen, mein Trainer hat mir dann aber geraten Thaiboxen beziehungsweise Kickboxen zu probieren und seit dem mache ich beides. Ich habe davor diverse andere Sportarten ausprobiert, wobei keine so richtig meine Leidenschaft geweckt hat. Dieser Punkt kam erst, als ich mit dem Boxen anfing.

Kannst du die Faszination an dem Sport beschreiben?

Das ist schwierig, aber es macht einfach Spaß. Du spürst deine Kraft, deine Entwicklungen und die schnelleren Reaktionen, die sich durch das Training formen. Nicht zuletzt ist es immer die Herausforderung, die dich vorantreibt.

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Wie siehst du deine sportliche Zukunft?

Ich denke es ist wichtig wie ernst man Pausen nimmt. Ich persönlich möchte im Nationalteam bleiben und gleichzeitig versuchen die Profikämpfe nebenbei zu intensivieren. Reisen ins Ausland stehen auch am Programm. Das Wichtigste ist aber, meiner Meinung nach, immer auf seine Gesundheit zu achten.

Welche Reaktionen gibt es, wenn du jemanden erzählst, dass du Kickboxerin bist?

Mir ist aufgefallen, dass sich meistens zwei verschiedene Reaktionen ergeben. Die eine geht in die Richtung: „Nein, das hätt’ ich mir nicht gedacht. Du schaust gar nicht so aus.“ Die Zweithäufigste kann ich schon fast nicht mehr hören. Der Klassiker: „Muss ich jetzt Angst haben?“

Die meisten Leute die ich treffe, finden es aber cool. Das Interesse an dem Sport, meinen Erfahrungen und auch an anstehenden Kämpfen ist bei Vielen schnell geweckt.

Wie ist es für dich, einen Sport auszuüben, der eher von Männern dominiert wird?

Ich habe eigentlich immer schon lieber gemeinsam mit Männern trainiert. Es war auf eine gewisse Art einfach leichter für mich. Natürlich gibt es immer noch mehr Männer als Frauen in dem Sport, obwohl sich die Szene immer stärker entwickelt. Männer haben auch andere Bewegungsmuster – ich finde sie irgendwie berechenbarer. Es gibt auch in fast jedem Gym eigene Frauen-Gruppen, die haben mich nur nie gereizt. Auf der anderen Seite suche ich in meiner Freizeit den Ausgleich. Weiblichkeit und meine Persönlichkeit sind mir dabei sehr wichtig.

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Hast du Tanzerfahrung? 

Nur vom Jazz-Dance Kurs in der Volksschule und von zwei Vorbereitungsstunden für den Maturaball. Sonst gab es keine weiteren Begegnungen mit dem Thema Tanz.

Spielt Rhythmus in deinem Sport eine Rolle?

Auf jeden Fall, gerade beim Schlagpratzen-Training mit ist es extrem wichtig welche Kombination du dir mit deinem Trainer ausmachst. Ein gutes Rhythmusgefühl ist dabei sehr gefragt, wenn du das Gespür noch nicht entwickelt hast, kann es mitunter schwierig sein auf Aktionen zu reagieren. Die Kombinationen, die wir lernen, ergeben auch einen Rhythmus und dieser kann sehr hilfreich sein, um sich Abläufe zu merken – ganz ähnlich wie bei einer Choreographie. Ich selbst spiele sehr lange schon Klavier und glaube, dass das auch irgendwie für meinen Sport hilfreich ist.

Fotos: Karolin Pernegger

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