#jungbleiben verbindet: Markus und Emil von DMMJK im Interview

DMMJK ist das 2013 gegründete Label von Emil Maria Beindl & Markus Binder. Dennis, Martha, Marcy, Jessica & Kevin stecken hinter dem Namen des Labels und sind Personifikationen von Kleidungsstücken, Outfits und deren TrägerInnen.

Die beiden erhielten zahlreiche Auszeichnungen und zeigen ihre Kollektionen regelmäßig in Frankreich und Japan. Das Duo lernte sich während dem gemeinsamen Mode-Studium an der Universität für Angewandte Kunst in Wien unter den Professuren von Veronique Branquinho und Bernhard Willhelm kennen. In ihren Entwürfen arbeiten Emil und Markus mit Zitaten der Jugend- und Popkultur, genauso wie mit persönlichen Erinnerungen und ihren visuellen Einflüssen.

Hallo Markus, hallo Emil! Wie seid ihr zur Mode gekommen?

Markus: Das ist schon lange her – so richtig gestartet mit Mode habe ich mit 14 Jahren, also mache ich quasi schon die Hälfte meines Lebens Mode. Ich habe immer schon gerne gezeichnet und in diesem Alter war für mich klar, dass ich einen kreativen Weg einschlagen möchte. So bin ich auf die Modeschule Hetzendorf gekommen und machte dort meine Ausbildung. Mit 19 Jahren habe ich mich an der Universität für Angewandte Kunst beworben und dort auch Emil zum ersten Mal getroffen, das war noch vor dem Studium beim Aufnahmegespräch.

Emil: Ich wollte eigentlich Malerei studieren, war damals aber technisch nicht bereit dafür. Mode kam mir, wegen ihrer Dynamik und Dreidimensionalität, dann genauso spannend als auch passend vor. Ich bin für das Studium an der Angewandten von Salzburg nach Wien gekommen, an der Uni haben wir beide uns dann im Laufe der Zeit kennen gelernt. Bald haben wir auch gemerkt, dass wir in unsere Arbeitsweisen sehr gut miteinander harmonieren.

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Was schätzt ihr aneinander und an eurer gemeinsamen Arbeit?

Emil: Markus ist absolut organisiert. Wie er denkt und Sachen formuliert, welche dann wiederum zu kreativen Lösungen führen, ist sehr angenehm und etwas, was ich überhaupt nicht kann.

Markus: Emil ist eher der Spontane und arbeitet viel aus dem Bauchgefühl heraus. Das ist wiederum etwas, das ich überhaupt nicht kann. Meistens ist das genau das Richtige, um auf Lösungen zu kommen, welche sich mir im ersten Moment nicht sofort erschließen. Da ergänzen wir uns sehr gut. Unsere Arbeitsweisen an sich sind sehr konträr, die Reibung, die dadurch in unserer Arbeit stattfindet, macht jedoch schlussendlich das Endprodukt aus.

Habt ihr als Basis eurer Arbeit eine gemeinsame Vision?

Emil: Als Vision lässt sich das nicht wirklich beschreiben, wir versuchen alles ständig in Bewegung zu halten und schaffen es dadurch, uns gegenseitig Bilder einer Idee zu übermitteln. Ideen entwickeln sich über Saisonen hinweg und werden am Ende eine gute Geschichte, die eben total lebendig ist und funktioniert.

Markus: Vor allem weil Mode ja sehr dynamisch ist und alles in einer Geschwindigkeit abläuft, wo wir uns oft wünschten mehr Zeit zu haben, um über gewisse Sachen länger reflektieren zu können. Im Designprozess geht es andauernd um eine Entwicklung, so gesehen teilen wir mehr ein sich stetig entwickelndes Bild, als eine Vision, die nur am Anfang steht.

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Habt ihr eine „Lieblingssaison“?

Markus: Bei mir ist es eindeutig Herbst/Winter, aber das bin auch einfach ich. Ich ziehe gerne viel an und liebe Lagen. Im Herbst und im Frühling denke ich, hat man die meisten Möglichkeiten seine Garderobe gut zu gestalten.

Emil: Ja, das geht mir genauso. Wenn man verschiedene Sachen miteinander kombiniert, kann man ein schönes Gesamtbild von einem selbst entwickeln.

Was inspiriert euch?

Markus: Inspirieren lassen wir uns von allem – oft passiert gerade dann etwas, wenn man einmal nicht an die Arbeit denkt. Ausschlaggebend für mich bei dieser Herbst/Winter Kollektion war zum Beispiel eine Dokumentation, die ich an einem ruhigen Sonntagvormittag gesehen habe. Wenn man zu gezwungen nach Dingen sucht, die einen inspirieren könnten, verkrampft man sich nur vielmehr.

Emil: Man trifft einfach oft unerwartet auf Gedanken und Fragmente. Momente, die einen berühren können, die dank Internet schnell geschnappt und verfolgt werden können – daraus kann etwas Tolles entstehen.

 

Die aktuelle Kollektion von DMMJK ist übrigens im Samstag Shop erhältlich.

 

Fotos: Karolin Pernegger

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