#jungbleiben verbindet: Theatermensch Philipp Hochmair im Interview

Philipp Hochmair ist seit Jahren Stammgast im Thermalbad Vöslau. Er begeistert beim „Schwimmenden Salon“ das Publikum mit extravaganten Neuinterpretationen von Stücken wie „Jedermann“ oder „Die Leiden des jungen Werther“. Er verbringt hier aber auch gerne seine Freizeit und tankt Energie. Im Gespräch verrät er, wie er sich auf Auftritte vorbereitet und was den Ort für ihn so besonders macht.

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Wie war deine erste Begegnung mit dem Thermalbad Vöslau?

Vor einigen Jahren habe ich von Angelika Hager ein Angebot bekommen, im Thermalbad Vöslau im Zuge ihres „Schwimmenden Salons“ aufzutreten. Ich wusste anfangs überhaupt nicht, was das sein soll – ein Thermalbad, in dem man in Mineralwasser schwimmen kann. Als ich dann hier war, habe ich mich auf der Stelle in diesen Ort verliebt.

Wie genau kann man sich so einen Auftritt beim „Schwimmenden Salon“ von dir vorstellen?

Auf der Badeinsel sitzen die Gäste, am Spitz der Badeinsel wird eine kleine Tribüne im Wasser aufgebaut – man spielt sozusagen über dem Wasser schwebend. Diese Mischung aus Bade- und Theateratmosphäre ist sehr besonders. Außerdem hat die Natur auch einen sehr großen Einfluss. Während der Aufführung sieht man die Sonne, den Mond und Flugzeuge, die vorbeifliegen – das ist alles schon eine sehr spezielle Atmosphäre.

Was ist es, was speziell für dich als Schauspieler das Thermalbad Vöslau so besonders macht?

Das Besondere hier ist der Dialog, den man bei der Aufführung mit diesem historischen Ort und dem Publikum führen kann. Dass man Stücke von Arthur Schnitzler hier spielt, der genau hier schwimmen gelernt hat – das sind die besonderen Berührungspunkte und das macht das Spielen hier so ungemein kostbar. Auch deshalb ist der Ort sehr faszinierend, weil sich das besondere Wasser und die Luft so schön mischen. Man spielt direkt in der Ursprungsquelle – die Leute baden während der Aufführung, sie essen während der Aufführung, es mischt sich das ganze Badegeschehen mit der Aufführung und das ist sehr aufregend.

Wie fühlt es sich an, nach einem Auftritt seine Freizeit mit dem Publikum zu verbringen?

Wenn ich auf der Bühne spiele, läuft es normalerweise so ab: die Zuschauer gehen nach Hause, ich gehe in die Kantine, bleibe unter meinesgleichen und es gibt überhaupt keinen Berührungspunkt. Aber hier, durch die Art der Aufführung, durch das anschließende gemeinsame Essen und Trinken ergibt sich ein Dialog, der sich sonst im normalen Schauspieleralltag nie abspielen würde. Man gehört schon fast zum Inventar des Bades. Mich interessiert sehr, was das Publikum denkt, wie es auf die Aufführung reagiert, was die Menschen dabei empfunden haben. Wenn man nackt in der Sauna sitzt oder gemeinsam im Wasser schwimmt, ist es mir natürlich auch ein Anliegen, dass da diese Grenzen fallen: Man ist gleichgesinnt, miteinander verbunden und hat den Kontakt, den man sonst nie hätte.

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Wie bereitest du dich auf deine Auftritte vor?

Meistens in den Kabanen, in den man sehr abgeschieden ist. Es ist hier sehr ruhig und man hat einen Überblick über das ganze Bad. Ich kann hier gut meine Texte lernen und lese hier auch sehr gerne Drehbücher. Im schattigen Föhrenwäldchen kann man auch gemütlich sitzen und seinen Gedanken freien Lauf lassen, es ist der perfekte Ort um sich zurückzuziehen.

Was schätzt du am Thermalbad Vöslau besonders?

Mir gefällt es, dass es hier auch etwas Kultisches hat, etwas Heiliges. Ich trinke das Wasser sehr gerne und mir gefällt, dass alle diese Quelle achten. Zu diesem Element kann ein tiefer persönlicher Zugang geschaffen werden. Ich finde, Wasser nimmt man ja im Alltag gar nicht so wahr, aber hier wird der Wert des Wassers geschätzt, erkannt und gepflegt. Das finde ich gut.

Welchem Stück widmest du dich in diesem Jahr?

Heuer werde ich zum zweiten Mal die „Leiden des jungen Werther“ performen. Darauf freue ich mich schon, weil ich das Stück sehr schätze und ich die Zeit in Bad Vöslau generell immer genieße.

Fotos: Karolin Pernegger

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