KARMIC: Musik zwischen L.A. und Wien

Karmic. Eine Bandgeschichte, die zwei Kontinente umspannt. Mit den Sängerinnen Laura Baruch und Kylee Katch ist die Electro-Pop-Band zu sechst erfolgreich unterwegs. Das #jungbleiben Magazin hat mit Band-Mitglied Peter Kastner über die Zukunft, Regenerationsphasen und Umdenken gesprochen.

 

Über Musik kann man viel philosophieren – wie würdest du eure beschreiben?

Peter Kastner: „Ich versuche es mal mit female fronted Indie Pop mit einem funky Twist und einem Schuss 80s Synths. Wir haben zwei unglaubliche Sängerinnen, deren Stimmen sich wunderschön ergänzen. Man kann ja, und das ist wissenschaftlich erwiesen, Musik gar nicht in Worte fassen, also am besten selber reinhören.“

Das finale Produkt ist immer ein Team-Effort und das ist auch das schöne und herausfordernde an diesem Kollektiv.

Wo kreiert ihr eure Musik und wie kann man sich den Prozess vorstellen?

Peter Kastner: „Wir waren 2019 neun Monate auf Tour in Mitteleuropa. Sehr viele Songs des kommenden full-length-Albums wurden während Tourpausen geschrieben. Wir haben uns zum Beispiel ein Haus am Millstättersee gemietet, wo einige Tourgeschichten direkt in neue Songs transmutiert wurden. Der Prozess ist entweder so, dass Laura oder Kyle eine coole Idee für einen Vers oder Chorus haben und wir dann die Musik dazuschreiben oder ich mein Glück am Laptop oder im Studio versuche. Das finale Produkt ist immer ein Team-Effort und das ist auch das schöne und herausfordernde an diesem Kollektiv, da eben die Meinungen sechs kreativer Menschen erst mal in ein einziges Kunstwerk fließen müssen. Aber wir lieben eben den Prozess. Wir hatten auch für drei Jahre ein gemeinsames Haus in L.A., wo wir zusammen lebten und arbeiteten. Meine Frau Laura und ich sind jetzt nach Wien gezogen.“

karmic musik

Gibt es einen Californian-Lifestyle, der sich in euren Tracks wiederfindet und den du „raushörst“?

Peter Kastner: „Karmic hat sechs Mitglieder aus vier verschiedenen Ländern, USA, Deutschland, Schottland und Österreich. Wir alle lieben Kalifornien. Es hat eine unbeschwerte Leichtigkeit, eine Relaxedness, die sich selbstverständlich in der Musik wiederfindet. Für mich ist das schwer zu beurteilen, aber da wir alles selber schreiben, produzieren und mischen, sind wir mit ‘unserem’ Sound schon mehr im Westcoast-Feeling zu finden, glaub ich. Die zwei Mädels in der Band sind ja in L.A. geboren. Der Lifestyle dort ist definitiv von Yoga und Smoothies beeinflusst. Das ist so, wie Fußball in Brasilien, Tee in England, und der Weiße Spritzer in Wien. Auch ist Marijuana legal und hin und wieder muss man  die Kraft der Heilpflanzen ausprobieren.“

Wir wollen, dass unsere Musik Menschen hilft ein wenig mehr Leichtigkeit und Achtsamkeit zu kreieren.

Euer Debut Album ist 2016 rausgekommen – was hat sich für euch seitdem verändert und wie beeinflusst das Weltgeschehen eure Musik?

Peter Kastner: „Wir sind selbstverständlich extrem beeinflusst vom Weltgeschehen. „Summertime is gone“ wurde während der Quarantäne geschrieben. Da war Trump Präsident, die Demonstrationen zu Black Live Matters und Corona. Ein Song von uns heißt „Wake up“. Den gibt es auch auf Spotify. Da geht es eben darum um sich zu schauen und ein bisschen aufzuwachen aus den kollektiven Autopilot-Geisteszustand. Wir wollen, dass unsere Musik Menschen hilft ein wenig mehr Leichtigkeit und Achtsamkeit zu kreieren. Man muss sich wirklich mal vorstellen, wie wenige Menschen einen einzigen bewussten tiefen Atemzug in ihrem Leben nehmen. Einen bewussten Atemzug, der es Ihnen erlaubt ihren Körper von innen wahrzunehmen. Das sind nicht viele … Aber das schöne ist: Es werden immer mehr. Wir suchen immer noch die Erfüllung  von außen, obwohl es mittlerweile relativ klar ist, dass man den ‘Pol‘ innen richtig einstimmen muss, um die Dinge, die man will anzuziehen. Ähnlich wie ein Magnet. Atmen hilft dabei sehr.“

Reguläre Konzerte „wie früher“ zu spielen, scheint im Moment noch im wahrsten Sinn des Wortes Zukunftsmusik zu sein. Worauf freust du dich aber wieder am meisten, wenn es losgeht?

Peter Kastner: „Echt auf alles. Das fängt beim Proben an, geht über im Tourbus sitzen, neue Menschen kennenlernen, lokale Gerichte ausprobieren, Städte erkunden, geile Gigs spielen, wo die Leute mit uns mitsingen, bis in verschiedenen Hotels leicht verkatert beim Frühstück zu sitzen und alles wieder neu zu erleben.“

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Wie habt ihr die Pause 2020 genutzt?

Peter Kastner: „Yoga, Tennis, Laufen, viel üben und das neue Album schreiben. Laura und ich sind nach Wien gezogen und haben „Flora Fauna“ gegründet. Laura ist eine unglaublich talentierte Songwriterin und ich produziere ihr Album. Ende April geht es wieder nach L.A., um das Karmic Album gemeinsam fertig zu machen.“

Worauf darf man sich bei euch als nächstes freuen?

Peter Kastner: „Auf das erste full-length-Album! Oh, da freu ich mich auch schon sehr drauf!“

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