kreatives schreiben

Kreatives Schreiben: Die etwas andere Meditation

Kreatives Schreiben wird von Psycholog*innen empfohlen, denn es stärkt nicht nur die Langzeiterinnerung und verarbeitet Geschehenes, sondern fördert die Fähigkeit einen meditativen Zustand zu erreichen. Doch die Angst vor dem weißen Blatt ist dabei oft groß. Dabei kann man sich Unterstützung holen: Das Angebot an Kursen, die von Romanschreiben bis zu Poesie reicht, kann die ersten Schritte erleichtern. Das Interesse an kreativem Schreiben ist während der Pandemie geradezu explodiert.

Das #jungbleiben Magazin hat sich den neuen Trend angesehen. Viele Künstler*innen und Autor*innen haben sich dem meditativen Zustand im Schreiben bereits bedient. Hierbei gibt es darum unbewusstes nach Oben zu befördern. Speziell ausgebildete Schreibtherapeut*innen können ebenfalls dabei helfen zu Stift und Papier zu greifen.

 

Starthilfe mit Anleitung

Es ist eigentlich egal, ob man sich dem nächsten Roman oder dem Gedankenwirrwarr in seinem Kopf widmen möchte: Kreatives Schreiben kann man lernen. Ob mit Anleitung oder ohne – d.h. mit (Online-)Klassen oder alleine – ist alles möglich. Neben den Volkshochschulen gibt es auch vor allem im englischsprachigen Raum besonders vielfältige Angebote.

Kreatives Schreiben lernen und damit zum ersten Bestseller?

So wurde von Masterclass ein Kurs mit Margaret Atwood (Autorin von “The Handmaid’s Tale”) herausgebracht. Die Autorin erzählt dabei über ihre eigenen Schreibblockaden und dem wichtigsten Tool neben ihrem Schreibtisch: Der Papierkorb. Dieser soll von “Gott zum Schreiben” gemacht worden sein, wie sie scherzhalber erzählt. Damit geht sie auf die berühmte Schreibregel “Kill your Darlings” (von Nobelpreisträger William Faulkner) ein: Wer seine Texte radikal kürzt, erreicht das optimale Kondensat seiner (eigenen) Geschichte. Und egal, ob man sie dann auch vorliest oder nur für sich behält, ist es später etwas Besonderheit seine eigenen Texte zu lesen.

Online gibt es noch viel spezifischere Angebote. Wer sich zum Romanautor*in entwickeln möchte, findet Anleitung. Und alle, die nicht für Erwachsene, sondern Kinder schreiben möchten, können dies bei Domestika in einem Kurs von Ilman Brenman erklärt.

 

Warum mit der Hand (kreativ) schreiben und nicht tippen?

Hier geht die wissenschaftliche Diskussion auseinander und wir tauchen in die Welt der Neuropsychologie ein. Zum Thema Schreiben mit der Hand vs. mit der Tastatur, hat die Forscherin Audrey van der Meer an der NTNU (Norwegian University of Science and Technology) beachtenswerte Daten geliefert. Die besagen folgendes: Das menschliche Gehirn kann durch das Schreiben mit der Hand “klüger” werden, weil es besser stimuliert wird. Dabei ist van der Meer nicht die einzige Wissenschaftler*in, die sich diesem Thema widmet und ein ähnliches Ergebnis liefert.

 

Kreatives Schreiben: Ohne Erwartungen aber mit Ziel

Sich selber nicht unter Druck zu setzen, locker zu bleiben und das Kreative Schreiben in den Alltag und in einer Routine zu integrieren, ist das Ziel, um den besten Benefit zu erhalten. Dabei geht es vorrangig darum Gedanken- und Psychohygiene zu betreiben. “Es gibt Leute, die nachdenken, um zu schreiben. Wieder andere schreiben, um nicht nachdenken zu müssen”, meinte einst Schriftsteller Charles-Joseph de Ligne, der im 18. Jahrhundert lebte und dessen Zitat heute genauso noch gilt.

Kreatives Schreiben

Kommt man erst in den Flow, ist es natürlich einfacher seinen Kopf “freizuschreiben”. Die “einfachste und effektivste” Methode ist für Autorin Katharina Heilen das Dankbarkeitstagebuch. Was schätze ich in meinem Leben? Welche Personen sind mir wichtig? Aber es können auch kleine Dinge sein, wie ein gutes Buch gefunden oder eine Pause an einem sonnigen Tag im Park verbracht zu haben.

Das ist der erste Step, um beim Kreativen Schreiben eine gewisse Routine zu bekommen. Im zweiten Schritt geht es v.a. um das Thema frei zu schreiben. “Alles darf, nichts muss”, ist als Grundsatz wichtig, um sich nicht zu stark unter Druck zu setzen. Schließlich wird das Verfasste vielleicht auch nie jemand lesen. Das Lampenfieber vor einem selbst, kann ein ganz schön harter Schritt sein. Ist dieser überwunden, hat man bereits einen beachtlichen Teil des Weges geschafft.

 

Kreative Ideen für Kreatives Schreiben

Aber worüber soll ich bitteschön denn Schreiben? Ist eine oft gestellte Frage, die gleich einmal mit der “Friedensfahne” des Aufgebens winkt. Doch dabei muss man feststellen: Die Kreativität kommt immer erst beim Schreiben. Erst wenn man die ersten Seiten geschrieben und nicht darüber nachgedacht hat, ist man wirklich drinnen.

Wenn man nicht über sich selber schreiben möchte, kann man auch mit einer anderen Übung beginnen: Die meisten Workshops rund um Kreatives Schreiben beginnen damit über einen Gegenstand im Raum zu schreiben. Welche Eigenschaften hat er, welche Assoziationen ruft man mit ihm hervor und woran kann man sich dabei erinnern? Gerüche, Stimmen, Musik – alles ist erlaubt. Hauptsache die Gedanken werden angeregt und man erreicht den Flow, um sich im neuen Wasser pudelwohl zu fühlen.

Anschließend ist es wichtig das Geschriebene für einige Zeit ruhen zu lassen. Warum? Es soll nicht der bzw. die innere Kritiker*in wieder die Oberhand bekommen. Liest man sich erst einige Tage oder Wochen später das Geschrieben wieder durch, kann man sich nicht mehr an jedes Wort erinnern und hat sogar etwas Abstand bekommen.

 

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