MARGARET & HERMIONE: Bademode im Upcycling-Netz

Die Bikinis und Badeanzüge, die das Wiener Label MARGARET & HERMIONE designt, werden allesamt aus recyclten Fischernetzen hergestellt. Nachhaltige Materalien und eine transparente Produktion in Europa war für die zwei Gründerinnen ganz oben auf der Prioritätenliste. Eine neue Technologie, die es möglich macht Garn aus herumtreibenden Fischernetzen herzustellen, war die perfekte Lösung für Barbara Gölles und Andrea Kollar.
Denn während menschliche Badenixen in den ehemaligen Netzen plantschen, stellen sie für Meeresbewohner eine tödliche Bedrohung dar, die so modisch minimiert wird. 

Der Name des Labels ist nach den Namen eurer Großmütter gewählt … 

Barbara Gölles: Unsere beiden Großmütter sind sich nie begegnet und waren auch von ihren Persönlichkeiten her völlig unterschiedlich. Was sie verbindet ist, dass Sie beide sehr selbstbewusste Frauen waren, die uns beide stark beeinflusst haben.

Wieso ausgerechnet Bademode?

Barbara Gölles: Die Idee, ein Bademodenlabel zu gründen, entstand schon während unseres gemeinsamen Studiums an der Universität für angewandte Kunst. Anfang 2015 war es dann so weit und wir wagten den Sprung ins kalte Wasser.
Andrea Kollar: Wir sind zusammen in meinem Wohnzimmer gesessen und nachdem die Idee das erste Mal laut ausgesprochen wurde, hat es sich für uns beide sofort richtig angefühlt. Klingt kitschig, aber wir haben beide sofort gewusst – genau das ist es!

Barbara Gölles und Andrea Kollar

Es gibt bereits internationale Stores, die MARGARET & HERMIONE führen sowie euren Online Shop. Ist es außerhalb von Österreich einfacher eure Marke zu etablieren?

Barbara Gölles: Ich würde nicht sagen, dass es einfacher ist, aber außerhalb von Österreich ist man aufgeschlossener gegenüber jungen, noch unbekannte, Labels. Vor allem der asiatische Markt ist sehr interessiert daran, was sich in Europa tut. Die internationalen Shops sind auf uns durch die Messen und durch Social Media, wie Instagram, aufmerksam geworden.

Andrea, woher nimmst du deine Ideen für die Print Designs?

Andrea Kollar: Ich sammle eigentlich das ganze Jahr über Ideen. Oft sehe ich ganz banale Dinge, die ich interessant finde, und überlege mir dann gleich, wie könnte ich das in einen Print übersetzen. Am Anfang des Designprozesses jeder neuen Kollektion besprechen Barbara und ich dann unsere Vorstellungen, würfeln alles zusammen und formulieren unsere Gedanken.

 

Barbara, du hast zuvor unter anderem für die Wiener Hutmanufaktur Mühlbauer designt – wie fühlt sich die Umstellung zu Bademode an?

Barbara Gölles: Eigentlich ist es gar nicht so anderes, wie man meinen mag. Der Prozess bleibt der gleiche. Man findet eine Idee, das ist meistens ein Gefühl, das einen schon länger begleitet, vertieft sich im Thema, recherchiert, erstellt ein Konzept und setzt dieses um. In Wahrheit ist es austauschbar, ob es um Hüte oder Bademode geht. Selbstverständlich muss man aber auf die jeweiligen Bedürfnisse eingehen. Ein Bikini muss etwas anderes können als ein Hut.

Möchtet ihr in Zukunft euer Sortiment ausweiten oder wie sieht eure Zukunftsversion aus?

Andrea Kollar & Barbara Gölles: Das ist im Moment noch ein kleines Geheimnis, das wir schon bald lüften.

 

 

Lookbook Fotos: Irina Gavrich

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