Tiny House oder Container? So kann Wohnen aussehen

Wie kann man kreativ und mit ein wenig (baulichem) Geschick den eigenen „Carbon Footprint“ so klein wie möglich halten? Diese Fragen stellen sich in den letzten Jahren immer mehr. Vor allem in den USA und Australien sind Containerhäuser zu einem Renner geworden. Das naturverbundene Leben, das sich zudem gegen immer teurer werdende Immobilienpreise richtet und eine Alternative bieten kann, ist populär geworden. Was vor kurzem noch mit „Einsiedlertum“ abgetan wurde, gewinnt zunehmend an Boden und Fans. Auf welche „Rohstoffe“ hierfür zurückgegriffen wird und wie das Eigenheim neu gedacht und nachhaltig werden kann, stellen wir euch hier vor.

 

Container

Sie sind um die Welt gereist, haben Stürme erlebt oder sind gerade erst „auf die Welt gekommen“. Die Rede ist von Schiffscontainern, die allgegenwärtig sind und in denen alle Produkte des täglichen Lebens rund um den Globus geschickt werden. Doch Schiffscontainer können noch viel mehr. Durch ihre Stabilität erlauben sie Konstruktionsmöglichkeiten, die im herkömmlichen Hausbau nicht so schnell möglich sind. Außerdem werden sie auf Punktfundamente gesetzt, die wenig Raum benötigen und die Bodenversiegelung minimal halten. Kommt der Container einmal weg, gibt es kein Fundament, das einen Eingriff in die Natur darstellt.

Sei es ein Bungalow oder ein mehrstöckiges Gebäude – den Ideen sind fast keine Grenzen gesetzt. Dazu kommt die Möglichkeit in Wände große Fenster einfach einzubauen und dafür Energiekosten zu sparen. Rund um die Container hat sich eine eingeschworene Online-Community gebildet, die einander mit Rat und Tat beim Bau zur Seite stehen oder Grundrisse zur Verfügung stellen. Aus den vielen Häuslbauern könnten also in Zukunft Containerbauer werden. Und: Wer das Aussehen von Containern hässlich findet, kann sie mit einer Holzverkleidung „überziehen“. So wird die Lebensdauer des Containers um ein Vielfaches verlängert.

 

Leben im Container-Hausboot in Copenhagen

 

Auf Rädern

Das Leben im Wagen ist nicht nur etwas für die Goldgräber im Wilden Westen. Es kommt wieder zurück! Das österreichische Unternehmen Wohnwagon schafft mit seinen Häusern auf Rädern Ruheoasen, die mit allem ausgestattet sind, was man zum Leben braucht. Wer möchte, kann im Wohnwagon auch „probewohnen“, wie die Gründerin von Wohnwagon erzählte. Der Vorteil: Tapetenwechsel war noch nie so einfach. Die eigenen Wände können einfach zusammen gepackt und an einem neuen Ort aufgestellt werden. Durch die Mobilität wird die Umwelt, die durch konventionellen Hausbau beeinträchtigt wird, nicht beeinträchtigt.

 

Tiny House

Das Tiny House Movement hat mittlerweile seinen eigenen Wikipedia-Eintrag und ist zu einer Bezeichnung für all jene geworden, die auf der Suche nach alternativen Wohnmöglichkeiten sind und vor allem jene, die sich auf die wesentlichen Dinge beschränken möchten und dafür die Freiheit niedriger Wohnkosten genießen möchten. Definiert werden alle Häuser als Tiny Häuser, die unter 37 Quadratmeter Grundfläche haben. Der Hype wurde in den letzten Jahren so groß, dass es sogar schon einige Hersteller dafür gibt, die sich auf den Bau von Tiny Houses spezialisiert haben.

Mit gewitzten Details werden in Tiny Houses Staumöglichkeiten eingebaut, die dann doch mehr Platz bieten, als man erahnt. Viele Tiny House Besitzer leben auch mit Hund & Katz zusammen, wie man auf dem populären YouTube Channel „Living Big In A Tiny House“ sehen kann.

 

Das Tiny House Movement setzt auf Naturverbundenheit.

 

Earthship

Earthships sind die wohl ungewöhnlichsten Bauprojekte, die jemals gestartet worden sind. Und sie sind bis heute mancherorts nicht erlaubt, weil sie der gängigen Bauordnung nicht entsprechen. Gebaut werden sie aus alten Autoreifen und Glasflaschen, die mit Lehm verbunden werden. Solarpaneele an den Dächern und die großflächige Fensterausrichtung nach Süden machen sie so energieeffizient, dass sie selbst in kalten Regionen fast ohne Heizung auskommen. Im Gegensatz zu „normalen“ Häusern, die mit Styropor abgedichtet werden, wird hier komplett auf ein neu erzeugtes Erdölprodukt verzichtet und auf weggeworfene Materialien gesetzt.

Erfunden wurden die Earthships vom US-Amerikaner Michael Reynolds, der erforschte, wie man vorhandene Energiequellen nutzen kann, um unabhängig von konventionellen Energien zu werden. Ein ausführliches mit ihm gibt es auf YouTube zu sehen.

 

 

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Ein Beitrag geteilt von Laura ✈︎ Travel & Adventure (@adriftaesthetic) am

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