Keramik Kunst

Onka Allmayer-Beck’s „Wild Creatures“

Onka Allmayer-Beck alias onxydizzyfingers hat mit ihren Keramik-Pieces, die sie liebevoll „messed vessels“ nennt, den Puls der Zeit getroffen: Ihre Kreaturen sind Plastik und Gebrauchsgegenstände zugleich. Mal Schüssel, mal Kerzenhalter – oder gleich beides. Mit bunten Glasierungen wie „frisch lackierte Fingernägel“, entfacht die Künstlerin (die 2017 eine Vöslauer Flaschen-Edition designte) die Liebe zur Imperfektion in einer Welt voll industriell gefertigter Waren.

 

Die Keramik hat in den letzten Jahren vor allem über Social Media einen großen Trend erlebt, oder?

Onka Allmayer-Beck: „Der Trend zur Keramik gibt es immer wieder in Wellen. In den letzten zwei Jahren habe ich gemerkt, dass es immer mehr Leute machen und im Lockdown ist es schon fast wie das zweite Bananenbrot geworden!“

Keramik Kunst Onka Allmayer Beck

Aber für dich ist es dann natürlich mehr als ein „Bananenbrot“ …

Onka Allmayer-Beck: „Allerdings! Ich mache das hauptberuflich. Eigentlich bin ich Modedesignerin und habe vor sieben Jahre meinen Job in Mailand gekündigt. Von meiner Abfindung von Armani habe ich mir dann einen Brennofen gekauft. Und von einem alten Keramiker, der das Handwerk als Familientradition lebt, gelernt. In Russland habe ich an einem kulturellen Austausch teilgenommen und eine residency gemacht, die mit einer Ausstellung im Jahr darauf endete. Da hab ich gelernt so zu arbeiten wie ich es jetzt mache.“

Wie bist du zu deinem besonderen Stil gekommen?

Onka Allmayer-Beck: „Das hat sich über Jahre entwickelt. Da ich immer für Kund*innen, sei es im Modedesign oder Illustrationsbereich gearbeitet habe und mich nach diesen richten musste, war es mir wichtig etwas nur für mich zu machen. Ewas, das nur mir gefällt. Das drücke ich in meiner Keramik aus und es wurde ein Erfolg.“

 

Keramik Onka Allmayer Beck

Wie würdest du deine Keramik beschreiben?

Onka Allmayer-Beck: „Auf Englisch klingt es besser – da nenne ich es ‚messed vessel‘. Es sind kleine Kreaturen, die als Schale oder als Kerzenständer daherkommen. Ich mache Gebrauchsgegenstände. Mir ist es wichtig, dass sie fröhlich sind und für sich alleine funktionieren. Das Schöne an Keramik ist die Haptik – man kann es angreifen. Und ich habe es gerne, wenn die Glasur wie frisch lackierte Nägel aussieht.“

Die Stücke machen ja auch viel her und Instagram ist hier eine gute Plattform … 

Onka Allmayer-Beck: „Ja, ich verkaufe alles über meinen Instagram Channel. Der nächste Schritt ist ein eigenes Studio im 1. Wiener Bezirk, das ich ab Mai beziehe. Ich habe das Glück, dass sich die Stücke bis jetzt immer sofort verkaufen. Als nächstes bin ich am Schloss Hollenegg für Design in der Steiermark. Im Juli mache ich dann in Steyr bei einer Sonderausstellung im Rahmen der Niederösterreichischen Landesausstellung mit und vielleicht kommt im September Mailand dran.“

Welcher Designer oder welche Designerin wäre ein toller Kooperationspartner? 

Onka Allmayer-Beck: „Ich habe schon mit Arthur Arbesser kooperiert. Bei einer seiner Fashion Shows hat jeder in der Front Row ein kleines Keramik-Nugget von mir bekommen. Für Vöslauer würde ich gerne einen Wasserkühler machen!“

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