Q&A mit Künstler Rade Petrasevic

Rade Petrasevic hält nicht viel von der Kunstwelt, wie man spätestens in unserem Interview erfährt. Statt über Verkaufszahlen oder den Markt zu diskutieren, arbeitet er. Sein Stil: Ölmalerei, die an Filzstiftzeichnungen erinnert. Und die bekommen dann Titel wie „WE DON’T PLAY GAMES“ oder „Give me money“. Wer sich für sie interessiert, sollte in der Christine König Galerie oder bei Alma Zevi nachfragen, denn Rade Petrasevic lässt sich nicht so gern stören, „ich hasse menschen – bitte keine dm’s“, verkündet seine Instagram Bio. Da hatten wir ja noch mal richtig Glück, dass er uns auf unsere geantwortet hat.

2018 gab es ein Interview im PW Magazine mit dem Zitat „All Gallerists Are Bastards“. Hat sich daran in der Zwischenzeit etwas geändert?

Rade Petrasevic: „Nein, das bleibt fix für immer so.“

Foto: Courtesy Alma Zevi Gallery, Venice

Der Künstler Tizian Baldinger meinte, dass Kunst „zu einem wichtigen Teil nur noch ein Spielzeug der Reichen ist“. Ist sie das?

Rade Petrasevic: „Über sowas denke ich nicht nach. Mich interessiert eher wie ich meine Arbeit inhaltlich voranbringen kann und was meine Kolleginnen und Kollegen so machen. Ob das irgenwelche Reiche als Spielzeug sehen oder nicht ist mir ehrlich gesagt ziemlich blunzn‘ …“

Fotos: Andrea Kopranovic

Was gibt es in der Kunst von Rade Petrasevic zu sehen über das noch nie geschrieben worden ist?

Rade Petrasevic: „Penisse.“

Ist die aktuelle Krise mit ihren Einschränkungen für Messen und Galerien eine Chance oder Gefahr für die Kunstwelt und ihre Akteure?

Rade Petrasevic: „Solange die ‚Reichen‘ brav ihr ‚Spielzeug‘ kaufen, sehe ich da keine Gefahr für den Markt. Und im Jahr 2020 kann man ja viel online zeigen, also Messen braucht man ja eh nicht wirklich in der Form. Am Schluss geht’s da ja ohnehin nur um Parties und Blow Jobs … beides übrigens tolle Sachen … Covid-19 Krise hin oder her, ich muss trotzdem im Atelier arbeiten und spüre sowas wie Krise, Lockdown, etc. kaum.“

Foto: Daniel Rajcsanyi

Wo würde sich das ideale Atelier befinden oder ist es bereits gefunden worden?

Rade Petrasevic: „Das ideale Atelier befindet sich in der Koppstrasse in Ottakring. Schöner großer Keller – fast zu österreichisch. Kommt vorbei!“

Fotos: Andrea Kopranovic

 

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