Stefan Sagmeisters Suche nach Schönheit

Wie man eine Karriere á la Stefan Sagmeister hinlegt, geht so: Eigentlich wollte er einmal Ingenieur werden, entschied sich dann jedoch um und graduierte schließlich an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien. Anschließend zog es den Vorarlberger in die große Welt – sprich New York City – wo er Meilensteine im Grafik Design setzte, Covers für The Rolling Stones, Jay Z, David Byrne, OK Go und Lou Reed oder Kampagnen für große Marken schuf und mit seiner beruflichen Partnerin Jessica Walsh als SAGMEISTER & WALSH einen Agentur-Fixstern am Kreativ-Firmament etablierte.

 

I see myself as a designer. If I am a customer or a viewer, I do not care if a piece comes from a designer or the art world, I just care, if it is good or not good.

Stefan Sagmeister, Jaguar Panel Discussion im Wiener MAK
Jänner 2019

 

Dabei kreierte er einen Stil, der das transportiert, was in unserer digitalen Ära oft fehlt: Handschrift. Sprichwörtlich und metaphysisch. Diese transzendiert seit einigen Jahren über die Ränder des Werbeuniversums und lässt Stefan Sagmeister neue Kerben finden, die bearbeitet werden müssen. Da wären Bücher, Filme oder Ausstellungen, die Besucher sogar dazu veranlassen anschließend Briefe zu schreiben. In unserer Social-Media-Epoche bemerkenswert.

Was ist Glück? Was ist Schönheit?

Wenn Stefan Sagmeister als gerade nicht neue Impulse in der Werbewelt setzt, widmet er sich gerne den Fragen, die uns alle beschäftigen, jedoch viel zu selten im künstlerischen Kontext angegangen werden.

2008 gestaltete er das Buch „Things I have learned in my life so far“ und präsentierte 2016 den „The Happy Film“ am Tribeca Film Festival, der auch in unseren Kinos lief. In diesem lotete er im Selbstversuch Möglichkeiten aus Glück zu finden, hüpfte darin als rosa Bunny durch den Straßenverkehr Manhattans oder begab sich in ein Meditationsretreat und ließ in der MAK-Ausstellung „The Happy Show“ auch gleich seine Zuseher daran teilhaben.

Zwei Jahre später ging er mit SAGMEISTER & WALSH: Beauty die nächste Frage an, die dem Wiener Publikum Erfahrung und Interpretation überlässt. Konzipiert mit Jessica Walsh, navigiert die Ausstellung seine Besucher durch taktile und audiovisuelle Selbsterfahrungen, die jedem Interpretation und Schluss auf die Frage „Was ist schön?“ selbst überlässt und Interessierten prähistorische Beispiele zur Geschichte der Schönheit mit auf den Weg gibt.

Schöne Objekte findet man überall. Das wird in hier anhand von Beispielen aus den Bereichen Grafik, Produktdesign, Architektur und Stadtplanung demonstriert. Dass Gebäude und Strategien nach dem Prinzip der Schönheit nicht nur mehr Freude machen, sondern tatsächlich besser funktionieren, und die Form nicht einfach der Funktion folgt, sondern in vielen Fällen die Funktion ist, wird hier erlebbar gemacht.

 


SAGMEISTER & WALSH: Beauty ist noch bis 31.3.2019 im Wiener MAK zu sehen.
Anschließend wandert sie vom 10. 
Mai bis 22. September 2019 ins Museum Angewandte Kunst, Frankfurt am Main, weiter. 

 

 

 

Fotos: © Jaguar Landrover

21. Februar 2019
Vintage, me amore! Die besten Adressen Österreichs für den Secondhand-Rausch
28. Februar 2019
Wie geht Mode nachhaltig? 5 Tipps, die Modegenuss neu entdecken lassen

Kommentieren

Die E-Mail Adresse wird auf der Website nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit * gekennzeichnet und müssen ausgefüllt werden.