T-Shirt Label Contrada lässt die „Bezirksliebe“ blühen

Ein neues Wiener T-Shirt Label geht an den Start und setzt ganz auf den Lokalokolorit der Bundeshauptstadt. Dabei bekommt jeder Bezirk sein eigenes Design. Bekenne Farbe! Äh … Grätzel!

Caro und Doug sind die beiden Gesichter hinter Contrada, die sich zusammengefunden haben, um die Metropole auf Stoff zu bannen. Wir haben Caro und Doug über ihre Inspiration gefragt, wann sie beschlossen haben ein eigenes Label zu gründen und was Doug, als Neo-Wiener antreibt dieser Stadt ein neues Gesicht zu geben.

Ihr habt die verschiedensten T-Shirts für Wiener Bezirke im Angebot. Aber mal ehrlich: Welcher gefällt euch am besten und warum?

Doug: Hmm, das ist eine schwierige Frage. Ich habe schon im 5. und 16. Bezirk gewohnt und jetzt lebe ich seit ein paar Jahren in Hietzing und verbringe auch viel Zeit in Donaustadt. Mit all diesen Bezirken verbinde ich etwas Besonderes. Als ich aber vor 9 Jahren von Kalifornien nach Wien gezogen bin, war es auf jeden Fall die Innere Stadt! Ich war sprachlos! Es war ohne Zweifel das schönste Stadtzentrum, das ich je gesehen habe. Die Architektur, die Geschichte, die Kaffeehauskultur, die Musik, die Mischung aus Tradition und Trend, ich könnte stundenlang schwärmen.

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Caro: Es hört sich vielleicht etwas schrullig an, aber ich lebe seit meiner Geburt, also seit über 30 Jahren in Hietzing. Ich fühle mich hier total wohl. Schönbrunn ist gleich um die Ecke für einen Spaziergang und es ist so schön ruhig und grün. Im Sommer bin ich aber am liebsten in Donaustadt auf der Alten Donau. Ich finde es toll, dass man in Wien so einen hohen Freizeitwert hat. Man muss nur die Donau überqueren und fühlt sich wie im Urlaub. Ich bin auch ein großer Fan von Neubau mit all den kreativen, liebevollen, kleinen Geschäften und den netten Restaurants am Spittelberg. Nach unseren vielen Ausflügen durch Wien, um Inspiration für unsere Designs zu gewinnen, habe ich aber in jedem Bezirk etwas Besonderes gefunden. Jeder Bezirk hat sein eigenes Flair und seinen eigenen Charakter und Charme.

Die Wiener sind oft stark auf ihre Grätzel bezogen. Sind auch noch solche geplant?

Doug: Wir versuchen in jedes Design so viele Aspekte wie möglich einzubeziehen. Von der Architektur, über Symbole, Charakteristika und sprachliche Ausdrücke. Wir versuchen auch die einzelnen Grätzl innerhalb der Bezirke mit einzubeziehen, aber leider haben wir nur limitierten Platz am Shirt und müssen uns je nach Design für bestimmte Besonderheiten des Bezirks entscheiden. Aber wir planen weitere Kollektionen für unsere Wiener Bezirke zu entwerfen und werden uns bemühen, dass dann auch jedes Grätzl seinen Platz bekommt.

In Wien gibt es bereits einige T-Shirt Labels, die sich auf die Hauptstadt beziehen. Was macht Contrada so besonders?

Caro: Wir wollen mit Contrada noch einen Schritt weiter gehen: Nicht nur die Stadt Wien, sondern auch die Besonderheiten ihrer einzelnen Bezirke sollen hervorgehoben werden. Um für ein Design genügend Information zu den einzelnen Bezirken zu erhalten, beziehen wir die Bewohner der Bezirke aktiv mit in die Gestaltung ein. Wir führen zahlreiche Interviews zu ihrem Bezirk, wodurch persönliche Einblicke in das lokale Leben dort entstehen. Auch auf unseren Social Media Kanälen wie Facebook und Instagram erhalten wir bereits Anmerkungen und Wünsche zu bestimmten Bestandteilen, die im Design eines Bezirks nicht fehlen sollen. Wir freuen uns immer sehr über Feedback! Unser Ziel ist es, das emotionale Zugehörigkeitsgefühl der WienerInnen mit ihrem Bezirk einzufangen und zu verstärken. Das Bewusstsein für die Einzigartigkeit des eigenen Bezirks, aber auch der anderen Bezirke soll erweckt werden.

Doug: Contrada ist „hyperlocal Fashion“. Wir wollen mit unserer Philosophie darauf aufmerksam machen, wie schön die einzelnen Teile Wiens sind und dass man ruhig stolz darauf sein kann, woher man kommt, denn es hat einen zu der Person gemacht, die man heute ist. Contrada steht für die hohe Lebensqualität, die vielen Möglichkeiten, den unbeschwerten Lebensstil und die Diversität, die uns Wien bietet.

Wird man euch in Zukunft auch abseits der Online-Welt kaufen und sehen können?

Caro: Auf jeden Fall! Wir waren dieses Jahr bereits am Mondscheinbazar vertreten und wollen sehr gerne wieder im Dezember daran teilnehmen. Außerdem haben wir vor, bald mit lokalen Wiener Boutiquen und Concept Stores zusammen zu arbeiten und Pop Ups gemeinsam mit anderen lokalen Designern und Modelabels zu organisieren.

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Erzählt bitte über die Produktion der T-Shirts: Wo werden sie gemacht? Welches Material verwendet ihr?

Doug: Uns war bei der Auswahl der T-Shirts besonders wichtig, dass sie nachhaltig produziert werden. Wir beziehen unsere Textilien von der belgischen Marke Stanley & Stella, die Mitglieder der Fair Wear Foundation sind. Die Fair Wear Foundation ist eine unabhängige Non-Profit Organisation, die sich für faire Arbeitsbedingungen in der Textilbranche einsetzt. Alle Shirts bestehen zu 100% aus organischer ring-gesponnener und gekämmter Bio-Baumwolle und werden umweltfreundlich mit phalatfreien, wasserbasierenden Siebdruckfarben gedruckt. Diese hohe Qualität spürt und sieht man, sobald man das T-Shirt in der Hand hält und trägt.

Wie entsteht eine Grafik für ein T-Shirt Design? Was inspiriert euch dazu?

Caro: Für ein erstes Konzept führen wir persönliche Gespräche mit den Bewohnern der Bezirke. Das Resultat sind viele lustige Geschichten, sprachliche Ausdrücke, Insiderwissen zu bestimmten Orten und ein emotionales Zugehörigkeitsgefühl. Wenn wir durch die einzelnen Bezirke wandern, halten wir Emotionen, Beobachtungen und Eindrücke fest, die wir in den verschiedenen Plätzen erleben. Wir recherchieren aber auch in Archiven und im Internet über die Geschichte, Architektur und statistische Daten des Bezirks. All diese Eindrücke, Fakten und Inspirationen fließen in das Design mit ein.

Doug: Als ich von Kalifornien nach Wien gekommen bin, ist mir aufgefallen, dass viele Leute hier T-Shirts mit amerikanischen nostalgischen Schriftzügen tragen, wie „Los Angeles“, „Brooklyn“ oder „Miami Beach“. Ich finde, dass die Wiener es verdienen, Designs ihrer eigenen Stadt als Modekreation tragen zu können. Der Stil dieser beliebten Vintage-Labels um die Jahrhundertwende hat mich inspiriert und unsere Designs sind in diesem Stil gehalten. Erst wenn man genauer hinsieht, entdeckt man sein eigenes kleines Stück Heimat in Wien darin.

 

Fotos: Contrada

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