Let’s make Upcycling great(er) – für unseren Planeten

Wenn wir von Upcycling sprechen, denke viele oft an kleine Hobby-Projekte, die man zu hause macht. Doch es gibt auch ganz andere Dimensionen in denen sich Upcycling abspielen kann und viele Menschen positiv beeinflussen. Gerade in den letzten Jahren beschäftigt sich auch die Industrie immer stärker mit dem Thema. Nicht nur um nachhaltiger, sondern auch effektiver zu produzieren. Schließlich sind verschwendete Materialien niemals wirtschaftlich und in der Wiederverwendung ein Weg, um CO2 einzusparen und gleichzeitig neue Produkte zu entwickeln.

Im großen Stil Ucpycling zu betreiben, erfordert nicht nur ein Umdenken („Cradle to Cradle“ ist hier ein Stichwort), sondern auch logistische Neuerungen. Wie kann man die unterschiedlichen Ressourcen einsammeln? Wie gewinnt man Partner, die mitmachen und ihren Abfall sortieren? Und nicht zuletzt: Wie können wir daraus ein (neues) Produkt produzieren, das Menschen lieben? All diese kleinen Steps sind die unternehmerischen Challenges, die auftauchen können.

Heute stellen wir Projekte, NGOs und Unternehmen vor, die sich diesen Fragen erfolgreich gestellt, Produkte entwickelt und/oder das Leben von Menschen rund um den Planeten besser gemacht haben.

1. Upcycling-Transformation: Die Seifenmacher

Die erste Seife wurde, laut archäologischen Erkenntnissen, bereits vor 4.500 Jahren von den Summerern produziert und verwendet. Und sie begleitet uns bis heute. Als eines der ersten „Beauty„-Produkte, ist sie maßgeblich daran beteiligt Keime abzuwaschen. Nicht zuletzt in der Pandemie haben wir festgestellt, wie wichtig das Händewaschen ist. In manchen Teilen der Welt ist Seife allerdings nicht verfügbar. Dadurch können sich Krankheiten noch schneller verbreiten.

Hier kommen die kleinen Seifen ins Spiel, die wir in Hotelbadezimmern vorfinden und die (selten) aufgebraucht werden. Die NGOs SoapCycling, Clean The World oder EcoSoapBank machen sich daran diese Seifen von US-amerikanischen Hotelzimmern einzusammeln und neu zu sieden. (Etwas, was man übrigens mit etwas Geschick auch zu Hause machen kann.) Die neuen Seifenstücke werden dann an Personen verteilt, die diese dringend benötigen. 

 

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2. Für mehr Kinder-Kunst: Die Stiftesammler

Die Spielecken in US-amerikanischen Restaurants, die mit Wachsmalstiften ausgestattet sind, haben ein Problem: Es bleiben nach jedem Besuch zu viele übrig und die noch brauchen Stifte werden weggeworfen. Dieser Umstand hat NGOs, wie „The Crayon Initiative“ („Die Buntstift Initiative“, Anm.) dazu gebracht, diese einzusammeln und an Krankenhäuser oder Schulen zu spenden, wo sie an Kinder verteilt werden. Dort können sie dann bis zum letzten Rest verbraucht werden. Wie viele Kunstwerke durch diese Initiative schon zustande gekommen sind? Wir können nur raten. Aber sie waren bestimmt alle auf ihre eigene Weise wunderschön.

 

3. Wenn aus Kaffeesud ein Pilz wird

Dass die Wiener Kaffeehauskultur jede Menge Kaffeesatz täglich produziert, ist kein Geheimnis. Allerdings ist der vermeintliche Abfall ein wertvolles Gut, das noch jede Menge verwertbare Inhaltsstoffe besitzt. Nach dem Prinzip eines japanischen Biologen haben die ehemaligen BOKU-Studenten Manuel Bornbaum und Florian Hofer das Wiener Start-Up Hut & Stiel gestartet. Dieses holt mit dem Lastenfahrrad den Kaffeesud ihrer Partner und verarbeitet ihn zu Pilzsubstrat, um es für die Austernpilzzucht zu verwenden. Die besondere Pilzsorte ist wiederum in der gehobenen Gastronomie gefragt. Eine Win-Win-Situation, die Hut & Stiel über die österreichischen Grenzen schon bekannt gemacht hat.

 

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Foto: Karin Hackl Photography

 

Trittfest: Upcycling-Pflastersteine aus Kenia

Nzambi Matee ist eine Ingenieurin, die das Müllproblem in ihrer Heimatstadt Nairobi mit Erfolg angepackt hat. Sie gründete das Start-Up Gjenge Makers, die aus weggeworfenem Plastik Pflastersteine herstellen. Diese sind besonders hart, leicht und können günstig hergestellt werden. Damit hat sie auch das Young Champion of the Earth 2020 for Africa der UNO gewonnen. Durch die unterschiedlichen Farbgebungen des Ausgangsstoffes, können die Ziegel auch in unterschiedlichen Farben hergestellt werden, was unendliche Möglichkeiten in der Gestaltung ergibt. Nzambi Matee möchte in den nächsten Jahren weiter expandieren, um ihre Idee weiter voranzutreiben.

 

 

Upcycling-Stoff: Aus Stoff wieder Stoff machen

Derzeit hat die Mode-Industrie ein großes (Image-)Problem: Wie kann man weggeworfenes Textil wieder zum Ausgangsstoff zurück-recyceln? Dabei ist natürlich wichtig, dass besonders viele Menschen ihre Textilien nicht in den Restmüll werfen, sondern in die Altkleidersammlung. Von dort können sie für den Secondhandmarkt aussortiert werden oder sie landen beispielsweise bei einem Start-Up wie Phoenxt. Dieses hat sich darauf spezialisiert den „Kreislauf zu schließen“. Damit möchte man aus Textil wieder Textil machen,  wie ein Phönix aus der Asche – darauf bezieht sich auch der Name des Start-Ups.

 

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