Urlaubstrend im Winter 2020: Einnisten im Mini-Chalet

Corona krempelt unser Reiseverhalten ganz schön um. Statt eng an eng beim Après-Ski, trinken wir unseren Glühwein heuer in aller Ruhe vor dem Kamin im eigenen Nest. Der Trend geht ganz stark hin zu superkleinen Units, die du mit deinen lieben Freund*innen oder der Family zusammen mietest. Chalets und intime Hütten, die einsam im Böhmerwald stehen oder im Minidorf irgendwo Tirol. Wo du in die Schneeschuhe schlüpfst und, weit, weit weg vom Zahn der Zeit durch die Winterlandschaft stapfst. Wo du aufstehst, wann du willst, auf der Terrasse Frischluft inhalierst und über angezuckerte Baumwipfel in die Berge schaust. Wo Schneckentempo erlaubt und slow down statt Lockdown das Motto ist.

 

Osttirol: Kapsel dich stilvoll ab im Loft im Stadl

Richtig losgegangen ist es mit der Vermietung des Loft im Stadl letzten Winter. Seitdem lässt Andrea Senfter ihre Gäste das stilvoll renovierte, dunkle Holzhaus im Bergdorf Innervillgraten bewohnen. Vor allem sind das Menschen, die wie Einsiedler*innen auf Rückzug gehen, vier Personen maximal. „Das Loft ist im Winter fast noch schöner als im Sommer“, meint Andrea Senfter. „Du bist umhüllt von altem Lärchenholz. Es gibt gemütliche Couches zum Liegen und einen schönen, offenen Kamin – der ist besonders beliebt“.

Innervillgraten ist das ideale Platzerl, um dich für ein paar Tage vom Rest der Welt abzuschirmen. Die kleine Gemeinde ist „das Gegenteil von Ischgl“, sagt Andrea Senfter. Du bist in der Natur oft vollkommen alleine: beim Schneeschuhwandern, auf der Skitour, beim Spazierengehen. Kleine, familiäre Skigebiete liegen in unmittelbarer Umgebung und unterm Haus zieht eine Langlaufloipe vorbei. Fein ist auch die Sauna, die dir in der Ferienpension Senfter gleich neben dem Loft zur Verfügung steht – geführt von Andreas Schwester. Und wenn du am Abend mal keine Lust auf Küchenaction hast, kehrst du im Gasthaus von Andreas Bruders ein, da kocht die Mama.

Into the wild in der Ramenai im Böhmerwald

Günter Hofbauer ist eigentlich Berg- und Skiführer. Ins Hotelbusiness ist er hineingerutscht – zum Glück, können wir da nur sagen. In seiner Heimat im Mühlviertel baute er im Böhmerwald zunächst seinen eigenen Seilkletterpark. Fünf Jahre später kam das Baumbett dazu, eine Erlebnisunterkunft hoch oben in den Baumwipfeln. Die Nachfrage war groß und so kaufte er ein Stückerl Wald nebenan und ließ darin das Holzhüttendorf Ramenai entstehen. „Es ist die bewusste Einfachheit der Hütten, die die Menschen hier fasziniert“, erzählt Günter Hofbauer von seinem Wohnprojekt. Auf einer kleinen Lichtung im Wald stehen die sechs Hütten, völlig abgeschottet vom Rest der Welt, mit einer eigenen Küche, privater Sauna, Wohn- und Schlafzimmern, Fußbodenheizung und Waldbodenterrasse. Günters Frau Anita stellt dir für den ersten Morgen zum Frühstück ein „Waldlerpaket“ zusammen mit bei regionalen Höfen gekauften Lebensmittel wie Honig, Marmeladen, Brot, Müsli und Frischkäse. Kochen kannst du sonst selbst in der hütteneigenen „Schwarzen Kuchl“. Die ist genauso schwarz wie die Rauchkuchl in früheren Bauernhäusern.

 

 

 

Brandlalm: Kärntner Kraftort nur für Erwachsene 

Wenn du willst, kannst du in den Chalets der Brandlalm tagelang auf dem Holzbankerl beim Kamin sitzen und mit einer Kuscheldecke um den Bauch geschnallt hinaus ins weite Lavanttal schauen und schauen und schauen. Es riecht nach Zirbenholz, die Glasfronten sind dein Kino, mehr braucht’s auch nicht, um vollkommen abzuschalten. Die vier Selbstversorger*innenhütten liegen in Südkärnten, ganz nahe an der slowenischen und italienischen Grenze. Sie sind ausschließlich für Erwachsene gemacht. „Die Brandlalm ist der perfekte Ruhepol“ sagt Teammember Melanie Weinberger. „Im Obergeschoß befindet sich die Küche“. Unten ist jedes Chalet ganz individuell gestaltet. Im „Ruis“ gibt es zum Beispiel eine freistehende Badewanne, das Chalet „Duir“ kommt mit gemütlicher Jagdstube. 
Der Kühlschrank wird vor deiner Anreise mit regionalen Bioprodukten gefüllt. Das Lavanttal ist ja Slow-Food-Destination, das wollten die Gastgeber unbedingt mittragen. Alle Einheiten verfügen außerdem über eine Panoramasauna und ein Outdoorwhirlpool auf der Terrasse. Darin plätschern schaust du am Abend in die Sternderl.

 

 

Ramsbergerhof: Bauernhof-Urlaub mit Kids in der Ramsau

In der Ramsau am Dachstein vermieten Andi und Brigitte Kahr neun Wohnungen im 480 Jahre alten Ramsbergerhof. In manchen Apartments im Bauernhof knistert ein Kachelofen, durch die Fenster schaust du direkt hinaus aufs Dachsteinmassiv. Schön sind vor allem die beiden neuen „Zua Häusl“ – Ferienwohnungen im kleinen Haus direkt vorm Bauernhaus. „Ein hiesiger Tischler hat sie mit viel Altholz ausgestattet“, erzählt Brigitte Kahr. Der Flachs, aus dem die Leinen der Vorhänge gewebt wurden, ist am Acker vor der Tür gewachsen. Auch das Frühstück, das Brigitte ihren Gästen jeden Tag vorbereitet, besteht fast ausschließlich aus Produkten vom Hof. Fein ist, dass Kinder im Stall mithelfen können, beim Kühe melken oder Butter machen. Ziegenschmusen im Streichelzoo liegt auch ganz hoch im Kurs.

Und für alle Outdoor-Fans: Weil die Ramsau Langläufer und Wanderer anzieht und der Tourismusverband viele Routen und Touren für 2020 neu- und ausgebaut hat, verleiht die Familie Kahr im Winter auch Schneeschuhe.

Das einfache Leben – im Peakini Farmhaus in Untertauern

450 Jahre alt ist der Bauernhof, den Gerhard Lürzer und sein Kreativteam im kleinen Dorf Untertauern revitalisiert haben. Nur ein paar Kilometer von Radstadt und den Pisten vom Skigebiet Obertauern entfernt, lebst du im Peakini Farmhaus das „simple life“. Es geht Hand in Hand mit fünf luftigen Zimmern, die was von Industrielofts irgendwo in Brooklyn haben. Unten ist das gemeinschaftliche Wohnareal mit Essbereich, Terrasse und zwei urige Gaststuben.

Gerhard Lürzer hat den Bauernhof ohne Firlefanz und mit Stücken, die er von Reisen mitgebracht hat, eingerichtet. Von sterilen Designunterkünften hält der Gastgeber wenig. Sein Haus ist für Familien und Freund*innen gedacht, die zusammen eine gute Zeit verbringen wollen und die die duftenden, alten Holzschindeln genauso lässig finden, wie die stylischen Rattan-Leuchten überm Bett. Das Katzerl, das ab und zu beim Fenster herein schaut, darf auch niemanden stören. Es wohnt mit den Pferden, Gänsen und Schweinen im Stall nebenan.

 

Irgendwo im Nirgendwo: Das Fuchsegg im Bregenzer Wald

Im Herbst haben Carmen Can und Family die Fuchsegg Eco Lodge in Schetteregg mitten im Bregenzerwald eröffnet. „Der Fuchs steht Pate für den Namen unseres Hauses. Zum einen ist er ein anpassungsfähiger Über-Lebenskünstler, zum anderen ein Familientier. Beides entspricht unserer Philosophie.“ Die nachhaltigen Wohnhäuser wurden von Bregenzer Architekt*innen entworfen, die sich am traditionellen Bauen der Region orientiert haben. Ziel ist, dass die Gebäude mit der Zeit in die Umgebung hineinaltern und dann so aussehen, als wären sie immer schon da gewesen. Hier, irgendwo im Nirgendwo, bist du dann angekommen. In den sechs Häusern verteilen sich 30 Zimmer und Apartments aus Naturmaterialien, ein Restaurant mit Kaminbar und ein Weinkeller. Du kannst teilweise bis zu vier Schlafzimmer miteinander verbinden, so entsteht dann zusammen mit der offenen Wohnküche ein eigenes Refugium. Noch ein bisserl privater wohnst du in den Flux-Chalets mit eigenem Eingang, Veranda, Kamin und Küche. Vom Saunahaus mit ganzjährig beheiztem Outdoor Pool – es steht allen Gästen zur Verfügung – schaust du auf die umliegenden Wiesen, Wälder und Berge.

 

 

Alleinlage in Kärnten: Sankt Lorenzen Chalet

Ein Secret Escape in Kärnten ist das Sankt Lorenzen Chalet. Der klassische, so genannte Haufen- oder Ringhof aus dem 17 Jahrhundert bestand früher aus Bauernhaus, einer Mühle, einem Stall mit Stadel, einem Troadkastn und einer Badstube. Alle Gebäude stehen auch heute noch genauso da. Das Bauernhaus haben Handwerker zwei Jahre lang aufwendig renoviert, wobei die uralten, hand-behauenen Lärchen-Holzfassaden natürlich bleiben durften. Als das Dach abgetragen, gereinigt und wieder aufgebaut wurde, fanden sogar die alten Holznägel wieder zurück an ihren Platz.

Das Chalet liegt auf einem 16 Hektar großen Privatgrund auf 1400 Metern Höhe. Du kannst dich mit bis zu neun Freund*innen darin einnisten. Auf drei Stockwerken verteilen sich fünf Schlafzimmer, ein großes Wohn- und Esszimmer mit einem Kachelofen und die Küche, wobei sich das Team um die tägliche Reinigung und den Einkauf kümmert. Zusätzlich steht bei Bedarf ein persönliche(r) Köch*in, ein(e) Babysitter*in oder ein(e) Skilehrer*in zur Verfügung – vier Skigebiete, darunter die schneesichere Turracher Höhe, liegen ums Eck.

 

 

 

Haus und Hof – Minimalistisch im Salzkammergut

In Hof bei Salzburg stehen elegante, minimalistisch Design-Apartments für Selbstversorger*innen von Magdalena Mahler und ihrem Partner David. „Wir wollten Urlaub schaffen, den wir uns so selbst immer gewünscht haben“, sagt die Gastgeberin. So entstanden drei unterschiedlich eingerichtete Kuben, von einem Salzburger Architekt*innenteam sanft in einen Hügel gesetzt und mit viel Holz als natürliches Element ausgestattet. Durch große Fensterfronten schaust du auf weiß angestaubte Salzkammergut-Berge. Das viele Glas holt das Draußen ins Innere und macht, dass die Räume luftig wirken. Sichtgeschütze Rückzugsorte gibt es auch, eine Wohnung verfügt über eine eigene Sauna und alle drei Apartments über voll ausgestattete Küchen – du löffelst also im Pyjama dein Frühstücksei und schaust über deinen eigenen Garten raus in die Berge. Was im Winter besonders fein ist: jede Unit hat separate Abstellräume für Skizeug oder Schlitten. Und eine Tiefgarage, die vor allem Sinn macht, wenn viel Schnee gefallen ist. Brauchst du Tipps für schöne Langlaufrouten oder Skitouren: Magdalena und David wohnen gleich nebenan.

 

 

Noch ein kleiner Tipp zum Schluss: Viele Chalets bieten zurzeit sehr flexible Stornobedingungen an. Hier gilt einmal mehr: Tausch dich aus! Ruf an und besprich die Optionen mit den Gastgeber*innen direkt.

Genieß deinen Urlaub und bleib gesund!

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