Wiener Festwochen 2019: 5 Editor’s Picks

Im heurigen Fokus steht die Fragen nach dem Zeitgenössischem. In welcher Weise verwandelt und begreift das Festival seine eigene Zeit? „Die Zukunft vorwegnehmen“ und trotzdem in die Vergangenheit zurückgreifen, ist das Credo der Wiener Festwochen, die vom 10. Mai bis zum 16. Juni 2019 stattfinden. Die Stadt wird dabei zur Bühne, soll zeigen, dass die Welt einer „Betrachtung“ wert ist und die Weltoffenheit Wiens widerspiegeln.

Die Weltoffenheit spiegelt sich bei den Wiener Festwochen jedes Jahr auch in den eingeladenen Kunstschaffenden aus aller Welt wieder. Ein dichtes Programm, das die Vielschichtigkeit der Wiener Festwochen auch heuer wieder zeigt, wird ihre Spuren hinterlassen.

 

Festwochen 2019 Wien Programm

Foto: Bernhard Müller

Sarah Vanhee – Oblivion

Was passiert mit den jenen Dingen, die wir jeden Tag wegwerfen? Die belgische Künstlerin Sarah Vanhee möchte dies wissen. Sie hat ihren Abfall ein Jahr lang gesammelt und daraus ein „Bühnenjuwel“ gemacht. All jene Dinge, die man schon längst vergessen hat, aber weiterhin existieren, werden von Vanhee aus Kartons ausgepackt. Dabei spricht sie direkt mit dem Publikum und lässt die Beziehung zu ihren Objekten neu auferstehen. Die „Schönheit des Unnützen“ liegt stets im Auge des Betrachters. Vanhee lässt an ihrer Perspektive teilhaben. (Weitere Informationen)

 

 

Benjamin Verdonck – Liedlein für Gigi

Eine Handvoll Schnüre braucht der Autor und Theatermacher Benjamin Verdonck, um die Zuseher in unbekannte Welten zu entführen. Dabei inszeniert er Miniatur-Theater Kulissen, die er zur Gänze selbst baut und die aus unzähligen Schichten bestehen. Fiktive Welten erstehen dabei wie aus dem Nichts. Verdonck wird dabei von zwei Musikern begleitet. (Weitere Informationen)

 

Anna Witt – Beat House Donaustadt

Wie klingt die Stadt? Was macht die Stadt zur Stadt? Dieser Frage geht Anna Witt nach, die mit den Bewohnern des Gemeindebaus Alfred-Klinkan-Hofs in der Donaustadt ein einzigartiges Experiment wagt, das nur am 11. Mai für 30 Minuten zu hören sein wird. Witt zeichnet die Herzschläge der Bewohner mit einem Ultraschallgerät auf, diese werden live wiedergegeben – eine Symphonie der Stadt ertönt. (Weiter Informationen)

Wiener Festwochen 2019 Programm

Foto: Elodie Grethen

 

Frederico León – Yo escribo. Vos dibujás

Das Theaterstück als Puzzle, das sich den Zusehenden als Rätsel nicht ganz erschließt. Wer hat welche Fäden in der Hand und welches System liegt dahinter? León inszeniert ein Straßenfest, das sich seine eigenen Regel macht. Die unterschiedlichen Perspektiven aus dem Zuschauerraum machen die Kooperation notwendig, um es zu lösen. Viele Performer werden an diesem dreidimensionalen Theaterstück in den Gösserhallen mitwirken. Am 14. Juni gibt es im Anschluss an die Vorstellung mit dem Künstler auch ein Publikumsgespräch. (Weitere Informationen)

 

Ula Sickle – Relay

Seit der Französischen Revolution ist die Fahne nicht mehr aus dem modernen Gedanken rund um Protest, Widerstand und Selbstermächtigung wegzudenken. Dieser Symbolik ist sich die polnisch-kanadische Künstlerin Ula Sickle bewusst, und so inszeniert sie mit verschiedenen Perfomern einen „Marathon“ bei der die Fahne nicht abgesetzt werden darf. Gegen die Diktatur der Angst wird die Fahne so zum Symbol der Befreiung. (Weitere Informationen)

 

Titelfoto: Ula Sickle, „Relay“

13. März 2019
Planet Plant: Wie wir alle grün hinter den Ohren werden
28. März 2019
Music’s Future is Female

Kommentieren

Die E-Mail Adresse wird auf der Website nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit * gekennzeichnet und müssen ausgefüllt werden.