Michelle Danzinger wildsoul.clothing

wildsoul.clothing: Michelle Danzinger über ihre Mode-Passion

Content Creator Michelle Danzinger geht mit ihrem eigenen Label wildsoul.clothing einen Weg, der in Österreich in dieser Form eine Rarität ist: Neben nachhaltiger Mode, die sie selbst designt und als Capsule Collections auf den Markt bringt, selektiert sie Secondhand-Pieces für ihre Follower. Diese werden über Instagram, YouTube und Tik Tok über die neuesten Drops auf dem Laufenden gehalten, sind beim Entstehungsprozess mit dabei und lassen sich inspirieren.

Das #jungbleiben Magazin hat mit dem Multitalent über Social Media und Mode gesprochen und was der Kauf einer Nähmaschine bedeuten kann.

 

Was bedeutet Mode für dich?

Michelle Danzinger: „Mode bedeutet für mich eine Art von Ausdruck. Vor allem, wenn man selber näht kann man die verrücktesten Outfit-Kombinationen zusammen zu setzen. Und seitdem ich klein bin, hatte ich den Traum Designerin zu werden.“

Wie entstand wildsoul.clothing?

Michelle Danzinger: „wildsoul.clothing entstand vor 2 Jahren. Wie gesagt, hatte ich immer diesen Traum Modedesignerin zu werden. Aber  ist es wahnsinnig komplex und es steckt sehr viel mehr dahinter, als nur kreative Kleidung zu zeichnen. Und so habe ich den Plan erst einmal verworfen. Vor zweieinhalb Jahren habe ich mir allerdings eine Nähmaschine gekauft, um Secondhand-Teilen zu ändern. Das Ergebnis habe ich dann auf meinem Instagram-Channel gezeigt. Unter diesen Thrift Haul Postings habe ich immer Kommentare gehabt, dass viele in den Secondhand-Läden so etwas nicht finden. So entstand die Idee des Reselling, ein paar Teile habe ich auch umgenäht. Mit dem Geld, das ich da zusammengespart habe, habe ich dann in meinen großen Traum investiert und meine erste, nachhaltige Capsule Collection gemacht.“

 

 

Wo holst du dir deine Inspirationen?

Michelle Danzinger: „Meine Inspiration hole ich mir überall, aber da ich im Social Media Bereich tätig bin, werde ich stark davon beeinflusst. Neben Instagram entdecke ich auch viel auf Pinterest.“

 

 

Du bist Content Creator und nutzt Social Media als einen Vertriebskanal? Wie siehst du die Zukunft auf Instagram und Tik Tok?

Michelle Danzinger: „Ich sehe definitiv eine Tendenz zum Thema Nachhaltigkeit – vor allem bei jungen Menschen. Es gibt unglaublich viele, die aus Secondhand neue Teile nähen. Bis vor ein paar Jahren hat man Nähen nicht gerade mit jungen Menschen in Verbindung gebracht, aber das hat sich in letzter Zeit stark geändert und ich finde es so toll, dass das jetzt in eine neue Richtung geht. Wahrscheinlich versuchen gerade deswegen auch viele Unternehmen auf das Thema aufzuspringen.“

 

 

Du bezeichnest dich als „Green Lifestyle Enthusiast“. Welche Änderungen hast du in deinem Alltag dafür gemacht?

Michelle Danzinger: „Ich bin kein Mensch, der in Extremen lebt und keinesfalls die nachhaltigste Person, habe aber viele Anpassungen in meinem Leben gemacht, um dahingehend auch meine Vorstellungen zu erfüllen. Der größte Part ist, dass ich ein nachhaltiges Label gegründet habe und alles drumherum so nachhaltig wie möglich gestalte. Beispielsweise wird für jedes verkaufte Teil auf Madagaskar ein Baum gepflanzt. Bei mir im Alltag ist der Fast Fashion Konsum wesentlich weniger geworden. Das Verhältnis in meiner Garderobe ist mittlerweile 20 Prozent Fast Fashion und 80 Prozent Secondhand und andere nachhaltige Stücke. Dazu versuche ich viel mehr selber zu nähen. Abseits davon sind es natürlich auch Dinge, wie Plastik beim Einkaufen einzusparen, einen Waschball oder wiederverwendbare Rasierer zu verwenden, etc. – im Grunde sind es bei mir viele kleine Aktionen.“

 

 

Die Modebranche und immer mehr setzen auf nachhaltige Materialien und Produktionsprozesse? Was braucht es aber wirklich, um nachhaltige Mode zu machen?

Michelle Danzinger: „Es geht darum, dass die Firmen voll und ganz mit ihrer Philosophie dahinter stehen und transparent handeln. Es muss auch kommuniziert werden, was alles zur nachhaltigen Mode gehört. Der Großteil der Konsument*Innen weiß leider nicht, welche Prozesse hinter dem Kleidermachen stehen, was eine Produktion kostet und welche Transportwege Kleidung haben kann. Deswegen ist es wichtig Awareness dafür zu steigern. Man sollte sich auch auf jeden Fall nach den Brands umsehen, die das Thema Nachhaltigkeit im Fokus haben und auch leben.“

Was sind die nächsten Steps bei wildsoul.clothing?

Michelle Danzinger: „Wir planen, dass wir jedes Monat einen Secondhand Handpicked Vintage Drop bei uns machen. In zwei Monaten kommt ein exklusives, neues Teil dazu: Eine limitierte Korsagenbluse mit abnehmbaren Ärmeln. Anfang September wird es dann auch die nächste Kollektion geben, die das komplette Gegenteil von der ersten Capsule Collection sein wird: Es wird bunt!“

 

 

 

Fotos: wildsoul.clothing

5. Juli 2021
Nachhaltige Tischkultur mit „silver spiral“ von Friedensreich Hundertwasser – die Vöslauer Sonderedition Nr. 9
22. Juli 2021
Anna Riess: Körpernahes Material und politischer Ton

Kommentieren

Die E-Mail Adresse wird auf der Website nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit * gekennzeichnet und müssen ausgefüllt werden.