Wolle, Kaffee & ein großer Tisch: Das Wiener Wollcafé Laniato

Nicht weit von Wien Mitte, findet sich im 3. Wiener Gemeindebezirk ein ganz besonderer Ort: Im Laniato, einem sogenannten Wollcafé, wird Kaffee getrunken, in facheinschlägigen Magazinen geblättert, geplaudert und natürlich gestrickt was das Zeug hält.

Auch Anfänger sind hier gut aufgehoben, denn es werden Kurse angeboten, in denen die Strick- & Häkelkenntnisse aufgebessert werden können. Von einem Basiskurs, bis zu dem Stricken eines Cashmere Pullovers, ist für jeden etwas dabei.

Wir haben mit Paula Thun-Hohenstein, Tochter der Gründerin des Laniato, ein Interview geführt und mehr über die Strick-Oase erfahren:

Warum ist Stricken wieder „in“?

Paula Thun-Hohenstein: Ich glaube, dass Stricken ein guter Ausgleich zu unserem denklastigen und Bildschirm geprägten Alltag ist. Man schafft mit den eigenen Händen etwas Neues, etwas zum Anfassen und Bewundern und kann dabei auch noch wunderbar abschalten und entspannen. Außerdem lernt man den Wert der Dinge wieder zu schätzen – wieviel Arbeit in einem Kleidungsstück drinnen steckt, wieviel Freude qualitativ hochwertige Materialien machen.

Was macht dir persönlich daran besonders Freude?

Paula Thun-Hohenstein: Für mich ist das schönste am Stricken, dass man immer etwas Persönliches zum Verschenken hat – eine Haube für den Freund, Kuschelsocken für Freundinnen, Babydecken für werdende Mütter…

Was war bisher deine gestrickte „Meisterleistung“?

Paula Thun-Hohenstein: Mein Lieblingsteil war auch ein Geschenk: Ein gestricktes Stofftier, eine Hasendame mit gestrickten Pullovern und Kleidern zum Wechseln für mein Patenkind. So süß!

 

 

Du hast damals in Amerika ein Strickcafe entdeckt, was hat dir daran besonders gefallen?

Paula Thun-Hohenstein: Meine Mutter, die das Laniato gegründet hat, hat in Amerika ein Strickcafé entdeckt, während sie auf das Ende meines Tanzunterrichts gewartet hat. Es war ein simples Wollgeschäft mit einem Tisch und einem Kaffee-Automaten und rundherum lauter strickende Damen. Sie war so begeistert davon, dass sie Jahre später in Wien selbst so einen Ort schaffen wollte.

 

 

Wie viel Übung benötigt es bis zum ersten Schal?

Paula Thun-Hohenstein: Beim Stricken ist es so wie bei allem anderen auch: Manche lernen es im Nu, andere brauchen ein bisschen länger. Ein Schal ist auf jeden Fall ein gutes Anfängerprojekt – da kann man ganz lange in einem Muster gerade aus stricken, bis man die Maschen im Schlaf stricken kann. Und trotzdem kann dabei ein Endprodukt herauskommen, das schön ist und man gerne trägt! Wir bieten im Wollcafé Anfängerkurse an – die Basics kann man gut an einem Abend lernen. Und danach kann man sich jederzeit an unseren großen Tisch setzen, einen Kaffee trinken und üben, üben, üben!

Wie wählt ihr die Wolle aus?

Paula Thun-Hohenstein: Bei der Auswahl der Wolle sind uns vor allem Herkunft und Verarbeitung wichtig. Wir achten zum Beispiel darauf, dass wir nur dann Merino-Wolle aus Australien kaufen, wenn wir garantieren können, dass sie Mulesing-frei ist. Mulesing ist eine tierquälerische Praxis, bei der den Schafen ohne Betäubung und Verarztung die Hautfalten im Afterbereich abgeschnitten werden, um einen Madenbefall zu verhindern, der die Schaffe töten und die Wolle zerstören könnte. Außerdem sind wir stolz darauf, auch einige zertifizierte Bio-Garne zu führen, zum Beispiel die Merinowolle von Rosy Green Wool oder die Baumwolle von KPC Yarn. Neben Herkunft und Verarbeitung sind natürlich auch Haptik und Optik wichtig. Ist die Wolle weich? Hat sie ein schönes Maschenbild? Welche Farben gibt es? Und dann kommt immer die Qual der Wahl – es gibt so viele schöne Garne!

 

 

Fotos: Simone Leonhartsberger

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