#jungbleiben von Innen – myBioma über Darm Mythen und Gesundheit

Wie würdet ihr den Darm in fünf Worten beschreiben?

Vielfältig, belebt, vernetzt, kommunikativ und unterschätzt.

Ihr sagt, die Gesundheit beginnt im Darm. Viele denken dabei nur an Verdauung. Was passiert im Darm noch alles, woran wir im Alltag kaum denken – von Immunsystem bis Stimmung?

Unsere Darmschleimhaut ist genauso wie unsere Haut eine wichtige Grenze zwischen unserem Körper und der Umwelt. Schließlich gelangt alles, was wir essen, zuerst in den Darm und wird dort in komplexen Verdauungsprozessen so aufbereitet, dass Nährstoffe anschließend in den Körper aufgenommen werden können.

Eine zentrale Rolle spielt dabei auch unser Immunsystem: Rund 70–80 % davon befindet sich im Darm. Dort wird täglich entschieden, was für den Körper harmlos ist und was als potenzielle Bedrohung eingestuft wird.

Gleichzeitig ist der Darm eng mit all unseren Organen vernetzt und steht über verschiedene Signalwege unter anderem mit dem Gehirn und der Leber in Verbindung. Beispielsweise erklärt die Darm-Hirn-Achse, warum die Zusammensetzung unseres Mikrobioms Einfluss auf unsere Stimmung, unser psychisches Wohlbefinden und unsere mentale Leistungsfähigkeit hat.

Darüber hinaus spielt der Darm eine wichtige Rolle für unsere Hautgesundheit und unser Hormonsystem. Das Mikrobiom ist an der Bildung oder am Stoffwechsel zahlreicher Hormone beteiligt – darunter Schilddrüsenhormone, Serotonin, Melatonin und Östrogen. Viele dieser Prozesse laufen unbemerkt im Hintergrund ab, beeinflussen aber maßgeblich, wie wir uns fühlen.

Ein weit verbreiteter Gedanke ist: „Mein Darm ist halt empfindlich, das war schon immer so.“ Wie viel lässt sich aus eurer Sicht wirklich verändern, wenn man Ernährung, Lifestyle und Mikrobiom bewusst in den Blick nimmt?

Sehr viel – aber nicht über Nacht. Das Mikrobiom ist erstaunlich anpassungsfähig. Ernährung, Stress, Schlaf, Bewegung und auch Medikamente hinterlassen messbare Spuren. Kleine Veränderungen passieren dabei ständig, je nachdem, womit wir unsere Darmbakterien im Alltag „füttern“. Nachhaltige Effekte brauchen jedoch Zeit und Geduld. Man kann genetische Veranlagungen nicht löschen, aber man kann beeinflussen, wie stark sie sich auswirken.

Immer wieder hört man, eine Darmkur oder Detox-Woche würde „alles einmal durchputzen“ und danach sei der Darm wie neu. Was ist an diesem Bild dran – und was missverstehen wir dabei komplett?

Entscheidend für die Darmgesundheit sind nicht kurzfristige Kuren, sondern langfristige Gewohnheiten, die dem Darm täglich gute Bedingungen bieten. Spezielle Darmkuren oder therapeutische Maßnahmen können in bestimmten Situationen sinnvoll sein – vor allem dann, wenn sie gezielt eingesetzt und fachlich begleitet werden. Entscheidend ist jedoch, was danach passiert: Das Mikrobiom muss langfristig unterstützt und wieder stabil aufgebaut werden.

Radikale Eingriffe können das Gleichgewicht im Darm sogar weiter stören, weil dabei nicht nur ungünstige, sondern auch nützliche Darmbakterien beeinträchtigt werden. Unser Darm muss also nicht „gereinigt“ werden. Ziel ist vielmehr, eine stabile Balance und Vielfalt im Mikrobiom zu fördern – und das gelingt nur durch nachhaltige Veränderungen im Alltag. Wenn man nach einer einwöchigen Kur sofort in alte Muster zurückfällt, riskiert man sogar eine Art Jojo-Effekt für den Darm.

Im Supermarkt und online gibt es unzählige Produkte von probiotischem Joghurt bis „Darm-Wunderkapsel“. Worauf sollten Menschen achten, die ihrem Darm gezielt helfen wollen, ohne leeren Versprechen aufzusitzen?

Misstrauen ist immer dann angebracht, wenn ein Produkt schnelle, universelle und garantierte Wirkungen verspricht. Gerade bei Probiotika ist eine gezielte Auswahl wichtig, da jeder Bakterienstamm unterschiedliche Eigenschaften und Funktionen hat. Die tatsächliche Wirkung hängt außerdem von der individuellen Zusammensetzung des Mikrobioms ab – deshalb wirkt nicht jedes Probiotikum bei jeder Person gleich. Bei probiotischen Joghurts etc. ist ein Blick auf die Zutatenliste wichtig: Viele Produkte enthalten zugesetzten Zucker, Süßungsmittel oder andere Zusatzstoffe, die das Mikrobiom beeinträchtigen können. Viel wichtiger als der Kauf spezieller Produkte ist eine ausgewogene Ernährung, eine große pflanzliche Vielfalt und ausreichend Ballaststoffe.

Viele bringen Mikrobiom und Gewicht direkt zusammen: „Ich kann nichts dafür, meine Darmflora macht mich dick“ oder „mit den richtigen Bakterien nimmt man automatisch ab“. Wie ordnet ihr diese Aussagen wissenschaftlich ein?

Das Mikrobiom spielt eine Rolle im Stoffwechsel, und es gibt tatsächlich bestimmte bakterielle Muster, die häufiger mit Übergewicht assoziiert sind. Darmbakterien beeinflussen unter anderem, wie viel Energie wir aus der Nahrung gewinnen und wie Entzündungsprozesse im Körper reguliert werden. Viele dieser Zusammenhänge sind allerdings noch nicht vollständig verstanden. Klar ist aber, dass es keine „Abnehm-Bakterien“ gibt, sondern dass es viel mehr um die Gesamtzusammensetzung des Mikrobioms geht. Ein Fokus auf Darmgesundheit und eine gezielte Unterstützung des Mikrobioms durch Ernährung und Lebensstil kann bei manchen Menschen die Gewichtsregulation erleichtern. Nicht zu vergessen ist aber, dass unser Körpergewicht von vielen verschiedenen Faktoren abhängt – darunter Ernährung, Bewegung, Hormone, Schlaf, Stress, Genetik oder bestehende Erkrankungen.

Nicht wenige glauben, Darmgesundheit sei vor allem ein Thema „ab einem gewissen Alter“ oder wenn man schon Beschwerden hat. Warum lohnt es sich aus eurer Sicht, schon in jungen Jahren auf den Darm zu achten?

Weil Prävention immer besser als spätere Reparaturen ist. Das Mikrobiom prägt Immunreaktionen, Stoffwechsel und Entzündungsprozesse über Jahre hinweg. Was wir früh etablieren, legt ein Fundament für unsere langfristige Gesundheit. 

Online kursieren Listen mit Warnsignalen – von Müdigkeit bis Hautunreinheiten – die alle dem Darm zugeschrieben werden. Welche Anzeichen sollte man ernst nehmen, und wo ist es wichtig, nicht in Panik zu verfallen, sondern strukturiert hinzuschauen?

Ernst nehmen sollte man anhaltende Beschwerden wie chronische Verdauungsprobleme oder Schmerzen. Unspezifische Symptome wie Müdigkeit oder Hautprobleme haben oft mehrere Ursachen und oftmals ist eine fachliche Betreuung hilfreich, um Muster einfacher zu erkennen. Ein Blick auf die Darmgesundheit kann ein wertvoller Hebel sein und eine Umstellung auf eine darmgesunde Ernährung und Lebensstil kann auf mehreren Ebenen einen positiven Einfluss auf vielfältige Symptome haben.

Blut im Stuhl oder unerklärlichen Gewichtsverlust solltend umgehen ärztlich abgeklärt werden.

Wenn ihr euch wünschen könntet, dass ein bestimmtes Missverständnis rund um Darmgesundheit ab morgen verschwindet – welches wäre das?

Die Heilversprechen von bestimmten Diäten und der Gedanke, dass man Darmbakterien in „gut“ und „böse“ unterteilen kann. Ein gesunder Darm braucht Vielfalt und Balance. Voraussetzung dafür ist eine gesunde Ernährung und ein gutes Stressmanagement.

Was bedeutet #nachhaltig jungbleiben für euch – auch mit Blick auf einen Darm, der uns möglichst lange gut begleitet?

Die individuellen Bedürfnisse des eigenen Körpers anzuerkennen und ihn kontinuierlich zu unterstützen – mit Geduld, Achtsamkeit und klugen Entscheidungen im Alltag. Statt erst zu reagieren, wenn Beschwerden auftreten, geht es darum, dem Darm und dem gesamten Körper langfristig gute Bedingungen zu bieten. 

Ohne, mild, oder prickelnd? 

Ohne – aber mit viel Genuss für ein gutes Bauchgefühl. 

 

Über myBioma: Die Vision von myBioma ist es, die Darmgesundheit jeder Person zu verbessern und dadurch die Lebensqualität zu steigern. Wir bei myBioma wissen, dass die Gesundheit im Darm beginnt. Doch dafür muss man zuerst wissen was in einem passiert. Seit 2018 unterstützen wir unsere Kund:innen mit unseren Darm-Mikrobiom-Tests dabei! Dafür verwenden wir die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse und technologischen Methoden.

 

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