Stefanie Moshammer
Fotos: © Cora Lou Gercke, Ben Chadourne

Stefanie Moshammer im #jungbleiben Portrait

Wie würdest du dich in 5 Worten beschreiben?

Das können andere wahrscheinlich besser. Aber aus meiner Sicht: neugierig. beobachtend. sensitiv. direkt. zuversichtlich.

 

Inhaltlich beschäftigst du dich oft mit sozialen Phänomenen und betrachtest Stereotype über Menschen und Orte – was fasziniert dich daran so?

 

Es fasziniert mich, den schmalen Grat zwischen Humor und Horror zu erkunden, der eine Wechselwirkung zwischen Leichtigkeit und Schwere schafft.

 

Dies ist eine Dimension, in der Erinnerungen, Fantasien, Fragestellungen und eine Kritik am Status quo gemeinsam eine visuelle Sprache formen.

 

Stefanie Moshammer

Fotos: © Cora Lou Gercke, Ben Chadourne

 

In Städten kommen diese Themen oft zusammen, findest du dort die meiste Inspiration?

Vor einigen Jahren habe ich meine Arbeit hauptsächlich “extern” entwickelt, was bedeutet, dass ein bestimmter Ort den Grundstein für die Entwicklung meiner Arbeit legte. Mittlerweile hat sich meine Arbeitsweise verändert, sie ist innerlicher geworden, und ich muss nicht mehr unbedingt in ein fremdes Land reisen, um meinen Inhalt zu finden. Stattdessen beschäftige ich mich mit verschiedenen Themenkomplexen, die mich in dem Moment beschäftigen und somit also Inspiration dienen.

 

Für Louis Vuitton hast du dich nun mit  Wien auseinandergesetzt und das Buch „A Fountain Playing in the Sun“ geschaffen – hast du dabei etwas Neues über deine Heimatstadt erfahren?

Dabei habe ich herausgefunden, dass die gängigen Klischees in Wien tatsächlich existieren und diese notwendig sind, um dem Ort eine Identität zu geben. In dem Buch verwende ich diese Klischees, sie sind mein Werkzeug. Ich manipuliere sie und interpretiere sie neu.

 

Klischees sind ein integraler Bestandteil unserer Wahrnehmung und dienen oft als Grundlage, um einen Ort – in dem Fall Wien – aus einer neuen Perspektive zu präsentieren.

 

Wenn einem Thema keine Klischees zugeordnet sind, wird es schwieriger, eine neue Erzählung zu gestalten, weil den Menschen eine direkte Verbindung fehlt.
Gleichzeitig spielte ich mit meinen eigenen Erwartungen an Wien. Was und wie möchte ich, dass Wien ist? Es geht um die Ironie der Repräsentation eines Ortes. Das Buch versucht nicht, eine Geschichte über ein bestimmtes Thema in Wien zu erzählen. Es bietet vielmehr die Gelegenheit, bestehende Vorstellungen zu entmystifizieren und über aufgezwungene Konzepte der Stadt nachzudenken. Dabei setze ich mich mit Vorurteilen, Stereotypen, eigenen Gefühlen und einer Innen- und Außenperspektive auseinander.

 

Stefanie Moshammer

Fotos: © Cora Lou Gercke, Ben Chadourne

Deine Kunst ist oft multimedial und erforscht auch auf dieser Ebene die die Grenze zwischen Medien und Genres – was reizt dich daran besonders?

Ich betrachte meine Arbeit als eine Art Übersetzungsarbeit, wie eine Brücke, bei der ich ein Thema nehme und es durch den Filter meiner bevorzugten Medien interpretiere. Neben der Fotografie arbeite ich mit Bewegtbild, Text, Installationen, textil-skulpturalen Elementen und Buchpublikationen. Die Vielseitigkeit ermöglicht es mir, meine künstlerische Vision facettenreich auszudrücken.

 

Was bedeutet #jungbleiben für dich?

Niemals die Neugierde zu verlieren. Sich Herausforderungen zu stellen und nicht mit der gegebenen Komfortzone zufrieden geben. Das innewohnende Kind zu umarmen und sich manchmal nicht zu ernst zu nehmen.

 

Ohne, mild oder prickelnd?

meist ohne, manchmal prickelnd.

 

Ausstellung läuft vom 16.November bis 17.Dezember 2023

Öffnungszeiten: 16.11./23.11./30.11./07.12./14.12;

Jeweils von 16:00 bis 20:00 Uhr

Adresse: Landstraßer Hauptstraße 140-142, 1030 Wien

 

Fotos: © Cora Lou Gercke, Ben Chadourne

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